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Wer nett ist, bekommt mehr Eis und Kebab

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Eis in Eisbecher

Gold bekommt man vielleicht nicht unbedingt draufgestreut - aber die Eisportion könnte etwas größer ausfallen, wenn man freundlich ist.

Wer einkaufen geht oder in ein Restaurant, erwartet, vom Personal freundlich und zuvorkommend bedient zu werden.

Forscher der Uni Innsbruck haben herausgefunden, dass Kunden, die sich den Verkäufern gegenüber freundlich verhalten, bevorzugt behandelt werden.

Zu Beginn der Studie stand die Frage, welchen Effekt das Geben von Trinkgeld im Laufe der Bestellung auf die Menge des gewünschten Produkts hat. Das Ergebnis: Kunden, die sich anerkennend äußerten, bekamen im Fastfoodrestaurant oder beim Kebabladen größere Portionen als andere.

Die Ergebnisse legen eine Schlussfolgerung nahe: Bereits ab dem ersten Kompliment oder dem ersten Trinkgeldbetrag kann die bestellte Portion größer werden.

Danach wurde das Eis gewogen. Trinkgeld im Voraus brachte 17 Prozent mehr - zog man die Kosten dafür wieder ab, blieb ein Plus von sieben Prozent. Um die Antworten auf diese Fragen zu finden, schickten Kirchler und Palan drei Experimentatoren zu Eissalons und Kebabständen in Innsbruck, Graz und München. Auch die Daten aus den Döner-Bestellungen untermauerten laut den Forschern diese Ergebnisse. Das Essen wurde danach meist verschenkt oder gespendet. Insgesamt wurden 800 Döner und 100 Tüten Eis in Graz, Innsbruck und München geordert.

"Interessant war, dass der Effekt beim Trinkgeld über mehrere Besuche gleichgeblieben ist, während er bei Komplimenten deutlich anstieg und nach fünf Besuchen sogar stärker war als jener mit Trinkgeld", sagte Mitautor Stefan Palan. "Nachhaltiges Loben über mehrere Tage kann also die bevorzugte Behandlung noch einmal verstärken".

Die Studie zeige, dass immaterielle Anreize wie Anerkennung und Lob in der Gesellschaft wohl eher unter- und finanzielle Anreize überschätzt werden. Vermutlich funktioniere das bei vielen alltäglichen Konsumentscheidungen ähnlich.

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