weltkunstbulletin.com

Medizin

WHO: 25,5 Millionen Abtreibungen weltweit nicht sicher

Share

Genf, 28.9.17 (kath.ch) Fast die Hälfte der weltweit rund 56 Millionen Abtreibungen pro Jahr wird mit unsicheren Methoden vorgenommen. Prekär sei die Lage vor allem in den 62 Ländern, die Abtreibungen verbieten oder nur zulassen, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. In 25,5 Millionen Fällen seien Frauen mit Praktiken konfrontiert, die als fragwürdig oder gefährlich erachtet werden, heißt es in einer Studie von WHO und dem amerikanischen Guttmacher-Institut, publiziert im Fachblatt The Lancet. Betroffen sind den Angaben zufolge fast ausschliesslich Entwicklungsländer in Afrika, Asien und Lateinamerika. Dort finden der Analyse zufolge drei Viertel der Eingriffe nicht mit sicheren Methoden statt. In die erste Kategorie fallen Eingriffe, die zwar mit sicheren Methoden aber von Laien durchgeführt werden. Oder die Methode selbst gilt als sicher, wie etwa eine medikamentös induzierte Abtreibung, sie wird jedoch von einer ungeübten Person angewandt. Darunter fallen von Laien angewandte gefährliche Methoden wie das Einführen von Instrumenten oder die Verwendung von Kräutermischungen. Als sicher, weil in Übereinstimmung mit den empfohlenen medizinischen Richtlinien durchgeführt, gelten laut WHO etwa 55 Prozent aller Schwangerschaftsabbrüche weltweit.

Das Risiko schwerer Komplikationen ist bei medizinisch korrekten Abtreibungen eigentlich gering. In Westeuropa würden nur 6,5 Prozent der Abtreibungen nicht nach besten Standards durchgeführt, in Osteuropa 14,2 Prozent. In den Industrieländern dagegen kommt es bei Abtreibungen kaum zu Problemen, weil die Eingriffe legal und die Gesundheitsversorgung gut sind. 75 Prozent der Abtreibungen sind dort problematisch oder gefährlich. Besonders dramatisch sei die Situation in Afrika außerhalb von Südafrika.

Die Wissenschaftler fordern Regierungen und Behörden auf, sich für Frauenrechte einzusetzen und gefährliche Abtreibungen zu verhindern.

Die Studienautoren betonen, dass es gerade in Ländern, in denen Abtreibungen verboten sind, schwierig sei, zuverlässige Daten zu bekommen. Trendaussagen seien auch nicht möglich, weil die Unterscheidung in unsichere und gefährliche Abtreibungen neu sei. Viele Frauen trauten sich nicht, über das Thema zu reden.

Share