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Weniger Geld für den Islamverband Ditib

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Gläubige Muslime beim Gebet in einer Moscheedts

Danach beliefen sich die Zusagen für Projekte der Türkisch-Islamischen Union im kommenden Jahr nur noch auf eine Gesamtsumme von 297.500 Euro, heißt es in dem Bericht.

Dies geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine kleine Anfrage der Grünen hervor, die Reuters am Donnerstag vorlag und aus der zuvor der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet hatte.

Für dieses Jahr weist das Ministerium dem Zeitungsbericht zufolge Zahlungen von 1,47 Millionen Euro an die Ditib-Zentrale sowie Ditib-Teilverbände aus. Ein Schwerpunkt lag auf der Flüchtlingshilfe und der Prävention gegen Radikalisierung.

Auch Projekte des Zentralrats der Muslime sollen nach der Förderliste der Bundesregierung, die aber "nicht abschließend" ist, im kommenden Jahr weniger Geld erhalten: Für 2018 sind gut 100.000 Euro aufgeführt, im laufenden Jahr beträgt die Unterstützung dagegen rund eine Million Euro. Ditib untersteht der staatlichen türkischen Religionsbehörde Diyanet, gilt daher als regierungsnah und hörig gegenüber Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan (63). 2016 hatte der Bund sogar 3,27 Millionen an die Ditib gezahlt. Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen mehr als ein Dutzend Imame von Ditib-Gemeinden, die Anhänger des in der Türkei als Staatsfeind gesuchten Predigers Fethullah Gülen bespitzelt und Informationen über sie nach Ankara geschickt haben sollen.

Der scheidende religionspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, verlangte erneut, die Kooperation mit Verbänden wie der Ditib, dem Zentralrat der Muslime oder Milli Görüs generell auf den Prüfstand zu stellen. Der Grünen-Politiker monierte auch eine fehlende Strategie für den Umgang mit diesen Verbänden.

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