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Medizin

Pille: Jede zehnte Frau bekommt Depressionen

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Verhütung Jede zweite Frau hat Nebenwirkungen

Dass die Anti-Baby-Pille (neben vielen anderen Nebenwirkungen) auch Depressionen fördern kann, ist bekannt. Einerseits gilt sie seit den 50er Jahren als Meilenstein der sexuellen Befreiung und Selbstbestimmung von Frauen.

Das beliebteste Verhütungsmittel ist allerdings, wie eingangs bereits erwähnt, nach wie vor die Pille: 38 Prozent der Frauen vermeiden damit eine Schwangerschaft.

Die Hormonspirale hingegen erfreut sich weniger Beliebtheit: Nur drei Prozent greifen aktuell bei der Verhütung darauf zurück.

Dass hormonelle Verhütungsmethoden stets auch Risiken bergen, ist nichts Neues. Fast jede Zweite klagt dabei aber über erhebliche Nebenwirkungen.

Die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK hat in einer repräsentativen Studie unter 1054 Frauen ab 18 Jahren festgestellt, dass hormonelle Verhütungsmittel bei jeder zehnten Frau die Nebenwirkung Depressionen auslösen soll. "Das ist ein beunruhigendes Ergebnis, stellt eine Depression doch eine ernste psychische Krankheit dar, die die Betroffenen schwer belastet und behandelt werden sollte", sagt auch Dr. Alexander Klostermann, Gynäkologe beim SBK Gesundheitstelefon, in einer Pressemitteilung der SBK. Weitere Nebenwirkungen neben Depressionen sind Gewichtszunahme (28 Prozent), Kopfschmerzen oder Migräne (17 Prozent) oder sexuelle Unlust (neun Prozent).

Besonders jüngere Frauen zwischen 18 und 24 Jahren bemerken häufiger Nebenwirkungen (65 Prozent).

Die Umfrage zeigt, dass viele Frauen auf hormonelle Verhütungsmethoden verzichten oder hormonfreien Alternativen gegenüber aufgeschlossen sind.

So gaben 15 Prozent aller Befragten an, dass sie die Antibabypille noch nie eingenommen haben und diese auch zukünftig nicht als Verhütungsmethode in Betracht kommt. Bei den 18- bis 24-Jährigen gaben 30 Prozent der Befragten an, dass sie diese Nebenwirkung bei sich festgestellt hätten.

Auch die Kalendermethode, bei der eine Berechnung anhand der Zykluslänge stattfindet, ist für elf Prozent der Frauen eine Überlegung wert. Insgesamt würden 63 Prozent der Befragten nicht-hormonelle Alternativen zur Verhütung erwägen.

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