weltkunstbulletin.com

Welt

Grundschüler schwächer in Mathe, Zuhören und Rechtschreibung

Share
Die Lesekompetenz hält das Niveau von 2011

Prägendes Merkmal des Bildungstrends 2016 sei die bundesweite Zunahme der Viertklässler, die aus einer Zuwandererfamilie stammen und möglicherweise zu Hause eine andere Sprache als Deutsch sprechen, teilte das Kultusministerium in Wiesbaden mit.

Verändert hat sich seit der vorherigen Erhebung 2011 aber auch die Zusammensetzung der Schülerschaft. Nur Bremer Viertklässler schnitten noch schlechter ab.

Die Bedingungen in den Schulen hätten sich gewandelt, erklärte die amtierende KMK-Vorsitzende, Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU). Die Ergebnisse der Studie zeigten "einen bundesweiten Handlungsbedarf bei der Förderung in den Kernfächern Deutsch und Mathematik".

Berlin. Grundschüler der vierten Klasse haben heutzutage mehr Probleme in den Bereichen Zuhören, Orthografie und Mathematik als noch 2011. Nur im ebenfalls untersuchten Teilbereich Lesen sind die Leistungen ungefähr auf gleichem Niveau verblieben. Im Fach Mathematik wurden die Bereiche "Zahlen und Operationen", "Raum und Form", "Muster und Strukturen", "Größen und Messen" sowie "Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit" getestet. Besonders viele sind es in Bremen (25,5) und Berlin (20 Prozent).

Deutlich verschlechtert haben sich die Leistungen der Viertklässler im getesteten Bereich Orthografie/Rechtschreibung. Nur 45,7 Prozent erreichten den Regelstandard. Erst nach einem Jahr würden Schüler in die Test einbezogen. Im Einzelnen wurden im Fach Deutsch Testaufgaben zu den drei in den Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) definierten Kompetenzbereichen "Lesen - mit Texten und Medien umgehen", "Sprechen und Zuhören" sowie "Schreiben" eingesetzt.

Beim Zuhören verfehlten bundesweit 10,8 Prozent den Mindeststandard, aber 20,8 Prozent in Bremen und 15,6 Prozent in Berlin.

Aus Bremer Sicht sieht es bei den mathematischen Fähigkeiten der Viertklässler ähnlich aus. Im Zuhören erzielten dagegen über 68 Prozent der Schüler den Regelstandard. Deutschlandweit unterrichten 31 Prozent der Lehrkräfte in Grundschulen fachfremd Mathematik, in Sachsen sind es lediglich neun Prozent. Zum einen ist der Anteil der Kinder mit Zuwanderungshintergrund gestiegen. Signifikant positive Entwicklungen können die Forscher in keinem Bundesland ausmachen.

Was sich wie ein Klischee anhört, ist Realität: In der Grundschule glänzen eher die Mädchen in Deutsch, während die Jungen in Mathematik vorne liegen.

Gegenüber dem Vergleichsjahr 2011 kann der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die die Regelstandards im Fach Mathematik erreichen oder übertreffen, für Deutschland insgesamt nicht gehalten werden.

Die bereits 2011 festgestellten geschlechtsbezogenen Disparitäten sind wieder festzustellen.

Weiterhin haben sich die Wissenschaftler auch mit dem Thema Zuwanderung befasst. Der Anteil der Viertklässler mit Migrationshintergrund hat sich um mehr als ein Drittel auf 34 Prozent erhöht.

Share