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Irak schickt Armee in Kurdenregion

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Kirkuk | Bild

Die irakische Armee hat offenbar einen Militäreinsatz zur Rückeroberung der Provinz Kirkuk von den Kurden gestartet.

Ziel sei es, Militärstellungen zurückzuerobern, die sie vor drei Jahren an die kurdischen Peschmerga-Steitkräfte verloren hätten.

Damals im Juni 2014 herrschte wegen des Vormarsches der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) Chaos in dem Gebiet. Sie versetzte die kurdischen Peschmerga-Kämpfer in der Region Kirkuk in Gefechtsbereitschaft. Sowohl die Kurden als auch die Zentralregierung in Bagdad erheben Besitzansprüche für die ölreiche Provinz Kirkuk. Der Angriff der irakischen Streitkräfte erfolgt drei Wochen nach dem Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak, in dem sich nach kurdischen Angaben fast 93 Prozent für die Loslösung ihrer Region vom Irak ausgesprochen hatten. International wird das Votum nicht anerkannt.

Noch gestern hatte der irakische Premierminister Haidar al-Abadi einen Militäreinsatz in den Kurdengebieten ausgeschlossen. Tausende schwer bewaffnete Kämpfer seien "zur Verteidigung um jeden Preis" bereit, erklärte ein Berater von Kurdenpräsident Massud Barsani.

Die kurdische Regionalregierung hatte am Mittwoch angegeben, "gefährliche Nachrichten" zu erhalten, wonach Milizen und die irakische Polizei einen Angriff auf die Kurdenregion südwestlich von Kirkuk und nördlich von Mossul aus planten. Dafür habe sie Panzer und schwere Artillerie an der Grenze nahe Kirkuk mobilisiert.

Schon am Vortag hatten kurdische Sicherheitskräfte in Erwartung einer bevorstehenden Offensive der irakischen Armee und ihrer Milizen stundenlang eine wichtige Überlandstraße blockiert.

Im Irak eskaliert nun auch der Konflikt zwischen der Zentralregierung und der kurdischen Autonomiebehörde.

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