weltkunstbulletin.com

Welt

Türkische Armee rückt in Nordsyrien vor

Share
Türkische Soldaten in Reyhanli

So sollten Zusammenstösse zwischen den syrischen Regierungskräften und der Opposition vermieden werden. Die Einrichtung solcher Zonen im Bürgerkriegsland Syrien geht auf eine Vereinbarung zwischen der Türkei, Russland und dem Iran zurück.

Gegen 22:15 Uhr Ortszeit letzte Nacht passierte ein türkischer Armeekonvoi mit mehr als 100 Soldaten, inklusive Spezialeinheiten, zusammen mit mindestens dreißig gepanzerten Fahrzeugen die syrische Grenze zur Provinz Idlib.

Um eine Waffenruhe in der "Deeskalationszone" durchzusetzen, muss die Türkei nach eigenen Angaben die Jihadistengruppierung Hajat Tahrir al-Scham (HTS) aus Idlib vertreiben; diese ist von der Waffenruhe ausgenommen.

Laut den Rebellen will die Türkei aber auch die kurdische YPG-Miliz in Schach halten, die die angrenzende Region Afrin kontrolliert. Das könne "einen weiteren Krieg in der Region entflammen". Am Wochenende kündigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine Offensive in Idlib gegen Extremisten an. Auch Kämpfer der von der Türkei finanzierten und ausgebildeten Rebellenmiliz Freie Syrische Armee (FSA) kommen zum Einsatz. Dagegen sagte Rami Abdel Rahman von der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte der Nachrichtenagentur AFP, jihadistische HTS-Kämpfer würden das türkische Militär eskortieren.

Idlib ist die letzte Hochburg der Rebellen in Nordsyrien, doch hat im August HTS große Teile der Provinz unter seine Kontrolle gebracht. Das Bündnis wird vom ehemaligen Al-Kaida-Ableger Fatah al-Sham dominiert, der zuvor Al-Nusra-Front hieß. Die vierte Deeskalationszone soll außer Idlib auch Teile der benachbarten Provinzen Latakia, Hama und Aleppo umfassen. Die USA, die die Gruppe dennoch weiter als Terrororganisation einstufen, hatten der Türkei im August vorgeworfen, sie habe Al-Kaida zu lange in Idlib gewähren lassen.

Die Türkei hat die Einrichtung der sogenannten Deeskalationszonen zusammen mit Russland und dem Iran bei den Syrien-Friedensgesprächen in Astana ausgehandelt.

Share