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In Niedersachsen zeichnet sich höhere Wahlbeteiligung ab

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Landtagswahl Niedersachsen- TV-Duell

Eigentlich hätte das Votum erst Anfang kommenden Jahres stattfinden sollen.

Weil hatte im August Neuwahlen angefordert, nachdem eine Grünen-Abgeordnete überraschend zur CDU gewechselt war und die rot-grüne Koalition ihre hauchdünne Mehrheit verlor. Den Sozialdemokraten und Ministerpräsident Stephan Weil ist in den vergangenen zwei Monaten eine rasante Aufholjagd gelungen.

Der jüngsten Umfrage zufolge kommt die Linke auf genau 5 Prozent und kann somit hoffen. Dabei zeichnete sich eine höhere Beteiligung als bei der letzten Landtagswahl ab: Bis zum frühen Nachmittag gaben rund 26,9 Prozent der 6,1 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Laut Umfragen werden Grüne, FDP und AfD wohl den Einzug in den neuen Landtag schaffen, die Linke pendelte dagegen um die Fünf-Prozent-Hürde.

Unabhängig davon, wer am Sonntag stärkste Kraft wird, dürften sich die Koalitionsverhandlungen ähnlich wie auf Bundesebene als schwierig erweisen.

Nach den aktuellen Umfragen reicht es bei der Landtagswahl in Niedersachsen weder für eine Fortführung der rot-grünen Koalition noch für eine CDU/FDP-Regierung.

JAMAIKA-KOALITION: Einer Jamaika-Koalition stehen alle drei potenziellen Partner CDU, FDP und Grüne extrem ablehnend gegenüber. Die Umfragen ergaben rechnerische Mehrheiten für eine große Koalition aus SPD und CDU sowie Dreierkonstellationen wie ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP oder eine Ampel aus SPD, Grünen und Liberalen - nicht aber für das bisherige Bündnis aus SPD und Grünen. Mit einer Ampel-Koalition könnte die SPD sich an der Macht halten, diese Konstellation hat die FDP aber klar abgelehnt.

Weils Herausforderer, der CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann, gab sich ebenfalls zuversichtlich. Unterstützung bekam er vom SPD-Vorsitzenden Martin Schulz, der zuvor schon in Lehrte aufgetreten war.

WAHLKAMPFTHEMEN: Größter Streitpunkt ist die Schulpolitik: SPD und Grüne betonen Bildungsgerechtigkeit, die SPD verspricht etwa, die kostenlose Schülerbeförderung bis Klasse 13 auszubauen. Ein rot-rot-grünes Bündnis wiederum hat Weil nicht ausgeschlossen, er strebt ein solches aber auch nicht an. Weil bezeichnete er als einen "grandiosen" Ministerpräsidenten. Nachdem die SPD in den letzten Wochen deutlich aufgeholt hatte, rief Althusmann seine Anhänger zum Wahlkampfabschluss auf, sich von den letzten Umfragewerten nicht beirren zu lassen.

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