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"Panama Papers": Journalistin in Malta durch Autobombe getötet

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Das Wrack der Journalistin Caruana Galizia steht nach dem Anschlag ausgebrannt am Straßenrand nahe des maltesischen Orts Mosta

"Brutaler Mord an Daphne Caruana Galizia: tragisches Beispiel einer Journalistin, die ihr Leben geopfert hat, um die Wahrheit ans Licht zu bringen", twitterte EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani.

Der maltesische Regierungschef Joseph Muscat verurteilte den Anschlag als "barbarische Attacke auf eine Bürgerin und die Meinungsfreiheit". Die Polizei sagte der "Times of Malta", bei der verbrannten Leiche auf dem Fahrersitz handele es sich um die Bloggerin. Laut dem staatlichen TV-Sender TVM hatte sich Caruana Galizia vor zwei Wochen an die Polizei gewandt, weil sie Morddrohungen erhalten habe.

Caruana Galizia hatte mit einem Artikel über die Grenzen Maltas hinaus für Aufsehen gesorgt, indem sie schrieb, dass eine in den sogenannten Panama Papers erwähnte Firma der Frau des Regierungschefs gehöre. Sie hatte in der Vergangenheit mehreren Mitgliedern der maltesischen Regierung Korruption vorgeworfen.

Die 53-jährige Internet-Bloggerin, die als Journalistin auch für andere Medien tätig war, hatte mit ihren Berichten erreicht, dass Muscat wegen der Vorwürfe im Zusammenhang mit den "Panama Papers" vorgezogene Neuwahlen ansetzte. Da Muscats Partei Partit Laburista ihre absolute Mehrheit verteidigen konnte, wurde Muscat am 5. Juni 2017 auf eine zweite Amtszeit vereidigt.

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