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Medizin

Schädel-Becken-Missverhältnis ist laut einer Studie vererbbar

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Frauen, die wegen einem Schädel-Becken-Missverhältnis ihrer Mutter durch Kaiserschnitt auf die Welt kamen, entwickeln mehr als doppelt so häufig ein solches Missverhältnis bei der Geburt ihrer eigenen Kinder als jene Frauen, die natürlich geboren wurden. Das geht aus einer Studie von Evolutionsbiologen hervor.

Aufgrund dieses ungewöhnlichen Selektionsprozesses kann die Rate an Geburtsproblemen durch natürliche Selektion nicht verringert werden. Aber warum? Das hat sich Evolutionsbiologe Philipp Mitteröcker von der Universität Wien gefragt. Bereits in einer früheren Studie erklärte Mitteröcker vom Department für Theoretische Biologie an der Universität Wien diese scheinbar paradoxe Situation mit einem populationsgenetisch-mathematischem Modell als eine Art "Fitness-Dilemma", teilt die Universität Wien mit. Gleichzeitig erhöhten sich aber die Überlebenschancen eines Babys, je größer es bei der Geburt ist.

Die Selektion bevorzugt also schmale Becken und grosse Babys bis zu einem Punkt: Passt es nicht mehr durch den Geburtskanal, ist das fatal. Der medizinische Fortschritt ermöglicht es auch Frauen mit einem sehr schmalen Becken, Kinder zu bekommen.

Die Häufigkeit von Geburtsproblemen durch Becken-Kopf-Missverhältnisse sei dadurch um bis zu 20 Prozent gestiegen.

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