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EU-Parlament will schrittweises Glyphosat-Verbot bis 2022

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Ein Traktor mit Sprühanlage

Baumärkte und Gartencenter bieten es auch für private Haushalte ("Round up", "Touchdown") an.

Die Wissenschafter der EU sind sich einig, dass beim Einsatz von Glyphosat keine Sicherheitsbedenken gibt.

In der Zwischenzeit hat sich der Umweltausschuss des Europaparlaments für ein Anwendungsverbot von Glyphosat in der Landwirtschaft ab Dezember 2020 ausgesprochen.

Warum steht überhaupt eine Entscheidung an? Es darf jetzt keine Ausflüchte mehr geben: "Das extrem aggressive Glyphosat zu verbieten ist die einzige verantwortungsvolle Option".

Warum ist eine Verlängerung strittig? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schließt allerdings nicht aus, dass das in den 1950er-Jahren vom Pharmariesen Monsanto entwickelte Herbizid krebserregend ist. Die EU-Kommission kündigte an, innerhalb der vorgeschriebenen Dreimonatsfrist eine Antwort zu geben. Eine vergleichbare, vernünftige Alternative gibt es - bislang - dazu aber nicht. Dieser hatte zuletzt eine Verlängerung der Glyphosat-Zulassung um zehn Jahre vorgeschlagen.

Was sagt das EU-Parlament dazu? Es wird erwartet, dass keine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten für eine Verlängerung zustande kommt.

Die weitere Verwendung von Glyphosat wollen die EU-Abgeordneten außerdem an bestimmte Auflagen knüpfen.

Die Volksparteien EVP und auch die zweitgrößte Fraktion, die Sozialisten und Demokraten, haben Änderungsanträge für die Abstimmung im Plenum am Mittwoch vorgelegt, die ähnlich sind.

Damit soll den Landwirten eine fünfjährige Frist zur Entwicklung von Alternativen gegeben werden. Außerhalb der Landwirtschaft sollte der Herbizidwirkstoff sofort verboten werden, heißt es in der Erklärung des Umweltausschusses des EU-Parlaments, die allerdings politisch nicht bindend ist. Über diese Empfehlung könnte morgen auf EU-Ebene abgestimmt werden.

Am Mittwoch entscheiden die Mitgliedsstaaten - die sich allerdings Anfang Juni schon nicht einigen konnten; Deutschland hatte sich dabei enthalten. Jetzt liegt der Ball bei der Kommission, der die Zeit davon läuft: Im Dezember läuft endgültig die Lizenz für Glyphosat aus. Die EU-Kommission verlängerte daraufhin die Zulassung vorläufig um anderthalb Jahre.

Einen Tag vor der Sitzung in Brüssel zeichnete sich im Rat der Mitgliedsländer noch kein Kompromiss ab.

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