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Medizin

"Wahl zum Goldenen Windbeutel" gestartet

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Auswahl an Babynahrung in einem Drogeriemarkt

Die erste Wahl fand 2009 statt. Mit dem Anti-Preis soll die "dreisteste Werbelüge" des Jahres ausgezeichnet werden.

Das "Urlegenden Müsli Quinoa, Apfel, Cranberries & Chia-Samen" der Firma Kellog's steht ebenfalls zur Wahl für den "Windbeutel".

"Werbelügen und Mogelprodukte verstecken sich überall im Supermarkt, Verbrauchertäuschung ist an der Tagesordnung - und nach wie vor ganz legal", sagt Sophie Unger von Foodwatch, "Wahlleiterin" für den Goldenen Windbeutel 2017.

Viel Werbung um nichts?

Noch bis 26. November können Verbraucherinnen und Verbraucher auf www.goldener-windbeutel.de aus den fünf Kandidaten ihren Favoriten für den Preis der dreistesten Werbelüge wählen. Danach wird dem "Gewinner" der Negativpreis überreicht. Nominiert sind Produkte der Firmen Alete, Bauer, Continental Foods, Kellogg's und Unilever. Das Unternehmen kritisierte Foodwatch scharf: "Mit der sogenannten Verleihung des goldenen Windbeutels greift Foodwatch deutsche Markenprodukte an, die allen nationalen und europäischen Gesetzen und Vorgaben entsprechen". Die Kekse seien "damit alles andere als babygerecht, sondern fördern Karies", so die Verbraucherorganisation und verweist beispielsweise Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), "für Babys explizit Produkte ohne zugesetzten Zucker" zu verwenden. Im Vorfeld der Wahl hat Foodwatch alle Hersteller um Stellungnahme gebeten. Eine Portion von zwei Keksen enthalte demnach ein Fünftel der von der WHO empfohlenen täglichen Zuckermenge.

Bei Bauer sieht man sich hingegen als Dienstleister und gab auf Foodwatch-Nachfrage an, mit dem Getränk den Verbraucherwunsch "nach proteinreichen Trendprodukten" zu bedienen. Alete würde übrigens bereits zum zweiten Mal nach 2014 den "Goldenen Windbeutel" erhalten, wenn der Kinderkeks das Rennen macht. Und auch die 23 Gramm Protein, die der Protein Drink von Bauer verspricht, brauchen nicht einmal Sportler, die viermal die Woche joggen. Das Getränk sei 50 Prozent teurer als andere Vanillemilch, "dabei ist das zugesetzte Protein völlig überflüssig und nur ein profitabler Marketing-Trend", kritisierte die Verbraucherorganisation. Das Ziel der Aktion ist es, Verbraucher darauf aufmerksam machen, wie Produzenten sie in die Irre führen und dass der Gesetzgeber dagegen zu wenig tut. Bei der Lacroix Gebundene Ochsenschwanz Suppe ist viel enthalten, aber kein Ochsenschwanz. Das Unternehmen erklärte, dass "aus Qualitätsgründen" kein Ochsenschwanz enthalten sei, weil dieser häufig knorplig und sehnendurchwachsen sei. Im Kleingedruckten offenbart sich dann, dass das "Frühstück für Legenden" neben 20 Prozent Zucker auch noch Palmöl, Aroma und Zusatzstoffe enthält.

Unilever "Becel Omega-3 Pflanzenöl": Der Hersteller werbe auf dem Etikett damit, dass das Öl "3x mehr Omega-3 als Olivenöl" enthalte. Drei mal mehr als Olivenöl - doch normales Rapsöl enthält ein Drittel mehr von dieser wichtigen Fettsäure und kostet deutlich weniger, wie "Foodwatch" entgegnet. "Der Konsument kann damit seine individuelle Kaufentscheidung treffen, die seinen persönlichen Bedürfnissen am besten entspricht".

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