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Kartellamt nimmt Vergleichsportale ins Visier

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Sparen im Internet

Die Wettbewerbsbehörde kündigte am Dienstag an, sie habe eine "Sektoruntersuchung" eingeleitet, um "mögliche Verstöße gegen verbraucherrechtliche Vorschriften aufklären und konkretisieren zu können".

Das Bundeskartellamt untersucht die Vergleichsportale im Internet auf "mögliche Verstöße gegen verbraucherrechtliche Vorschriften".

Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagte, Millionen von Verbrauchern informierten sich täglich mit Hilfe von Vergleichsportalen im Netz.

Wie das Bundeskartellamt mitteilt, wolle es eine Untersuchung in den Bereichen Reise, Versicherungen, Finanzdienstleistungen, Telekommunikation und Energie durchführen. "Buchungen über hohe Beträge und weitreichende Vertragsabschlüsse werden von den Angaben der Portale beeinflusst". Deshalb "müssen wir sicherstellen, dass die Verbraucher sich dabei auf die Zuverlässigkeit, die Objektivität und die Transparenz der Portale verlassen können".

Es ist das erste Mal, dass das Kartellamt seine im Sommer durch eine Gesetzesnovelle erweiterten Kompetenzen im Verbraucherschutz einsetzt.

"Das Bundeskartellamt wird noch in diesem Jahr über die Einleitung einer weiteren Sektoruntersuchung zu Problemen aus dem digitalen Verbraucheralltag entscheiden", erklärte die Behörde. Diese richten sich nicht gegen bestimmte Unternehmen, sondern sollen Praktiken in einem gesamten Wirtschaftszweig prüfen.

Verbraucherschützer hatten in der Vergangenheit wiederholt auf Schwächen vieler Vergleichsportale hingewiesen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hatte im Juni 2017 gefordert, dass Vergleichsportale transparenter werden müssten. Oftmals sei nicht einmal sichergestellt, dass die Verbraucher überhaupt für sie passende Produkte erhielten. Während bei juristischen Verfahren beispielsweise von Privatpersonen die Unternehmen ihre Aussage verweigern können, müssen sie bei Verfahren des Bundeskartellamts wahrheitsgemäß Auskunft geben, ansonsten drohen Bußgelder.

"Wir versuchen jetzt ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen", betonte ein Kartellamtssprecher. Bis Jahresende sollen Fragebögen versandt werden. Offen ist aber, was passiert, wenn die Behörde tatsächlich Missstände aufdecken sollte.

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