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Uni-Studie: Das Gehirn schrumpft durch Computerspielen

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Studie über Online Spiele- Schon 6 Wochen WoW lassen angeblich das Gehirn schrumpfen

Eine Untersuchung von Forscher der Universität Ulm kam zu dem Schluss, dass bereits eine Stunde tägliches Spielen des beliebten Online-Games "World of Warcraft" (WoW) zu einer Abnahme des Hirnvolumens im orbitofrontalen Kortex (OFC) führt - mit negativen Auswirkungen auf Emotionsregulation und Entscheidungsfindung.

Über MRT-Scans zu Beginn und nach dem Untersuchungszeitraum wurden Veränderungen an den Gehirnen registriert. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Universität Ulm anhand einer Studie mit rund 120 Teilnehmern. Die Neulinge wurden für die Studie wiederum in zwei Gruppen eingeteilt: Eine davon sollte sechs Wochen lang täglich mindestens eine Stunde am Computer spielen, die andere bildete eine Kontrollgruppe und spielte in dieser Zeit nicht. Darunter waren zum einen 41 Spieler mit ausgeprägter „Gaming-Erfahrung“ ebenso wie 78 sogenannte „Game-Neulinge“, ohne nennenswerte Internet- oder Online-Spiel-Vorkenntnissen.

Die Ergebnisse zeigen, dass es während des Untersuchungszeitraums in der Gruppe der Spieler zu einer Abnahme der grauen Substanz im orbitofrontalen Kortex (OFC) kam. Dieser Bereich im menschlichen Gehirn ist insbesondere zuständig für die Kontrolle von Emotionen und Entscheidungen. Für die Forscher deuten diese Erkenntnisse auf neuroplastische Prozesse hin. "Unser Gehirn hat die Fähigkeit, sich durch Lernprozesse zu verändern". Dies könne mit einer schlechteren Emotionsregulation und Entscheidungsfindung einhergehen, betont der Psychologe.

Besorgniserregend sei, dass sich die Veränderungen in der Hirnstruktur bereits nach einer so kurzen Zeit von sechs Wochen nachweisen lassen.

Bereits zu Studienbeginn wurde der orbitofrontale Kortex von Neulingen und Langzeit-Spielern verglichen. Zudem zeigte sich bei Langzeitspielern nicht nur ein geringeres Volumen der Hirnmasse, sondern auch höhere Suchttendenz. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das reduzierte Hirnvolumen eine Folge der Computerspielabhängigkeit ist.

Die Ulmer Wissenschaftler hatten für ihre Studie das weltweit verbreitete und umstrittene Videospiel "World of Warcraft" vor allem wegen des hohen Bekanntheitsgrades verwendet. „Außerdem wird dieses Fantasy-Spiel bei Kritikern als besonders relevant im Hinblick auf Computerspielsucht gehandelt. "Möglicherweise wären bei anderen Spielen ähnliche Beobachtungen zu machen", erläutert Christian Montag.

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