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Immer mehr Menschen in Deutschland müssen auf der Straße leben

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Ursachen dafür seien vor allem der schrumpfende Bestand an Sozialwohnungen und steigende Mieten

Oder anders gesagt, wo 2014 drei Menschen auf der Straße lebten, waren es im Jahr 2016 bereits vier. Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe (BAGW) ist die Zahl der Menschen ohne Wohnung in Deutschland zwischen 2015 und 2016 um 55 000 (15 %!) auf 422 000 gestiegen. 350.000 auf dann ca.

Als wohnungslos bezeichnet man Menschen, die keinen dauerhaften Zugang zu mietvertraglich abgesichertem Raum haben. Grund für den enormen Zuwachs ist auch die Zahl der rund 440.000 wohnungslosen anerkannten Flüchtlinge.

Im Jahr 2016 betrug demnach die Zahl der wohnungslosen Menschen ohne Einbezug wohnungsloser Flüchtlinge gut 420.000. Deswegen fordert die BAG W einen Wohnungsgipfel und einen nationalen Aktionsplan, um die Wohnungsnot zu bewältigen - einhergehend mit höheren finanziellen Mitteln der Politik. Diese zusätzliche Gruppe Wohnungsloser, die im Regelfall weiterhin in den Gemeinschaftsunterkünften geduldet wird, stellt also circa 50 Prozent aller Wohnungslosen in Deutschland. Die wesentlichen Ursachen für Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit lägen vielmehr in einer seit Jahrzehnten verfehlten Wohnungspolitik in Deutschland, in Verbindung mit der unzureichenden Armutsbekämpfung. Wohnungslose Flüchtlinge sind sowohl Nachfragende in den Behelfsunterkünften als auch auf dem Wohnungsmarkt. Thomas Specht prognostiziert daher: "Da nachhaltige und vor allem ausreichende Maßnahmen zur Verbesserung der wohnungs- und sozialpolitischen Rahmenbedingungen und zur Wohnungsversorgung aller Wohnungslosen, inklusive der Flüchtlinge ohne Wohnungen, in den Vorjahren nicht eingeleitet worden sind, wird es zu einem weiteren Anstieg der Zahl der wohnungslosen Menschen um 40 Prozent auf knapp 1,2 Millionen bis zum Jahr 2018 kommen". Rund zwölf Prozent der Wohnungslosen ohne Berücksichtigung der wohnungslosen Flüchtlinge sind EU-Bürger. Seit 2014 sei das ein Anstieg um rund 150 Prozent, sagte Geschäftsführer Thomas Specht.

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