weltkunstbulletin.com

Welt

Trump Jr. chattete mit Wikileaks

Share
Trump Jr. hatte im Wahlkampf Kontakt mit Wikileaks

Washington. Am 12. Oktober 2016, auf dem Höhepunkt des US-Präsidentschaftswahlkampfes, erhält Donald Trump Junior von Wikileaks' Twitteraccount eine persönliche Botschaft.

Trump jr. bestätigte die Richtigkeit des Berichts des "Atlantic", indem er seine Kommunikation mit der Plattform unter Druck selbst ins Netz stellte.

Wie diverse Kommunikationsstränge auf dem Kurzmitteilungskanal Twitter belegen, hat Wikileaks versucht, dem Präsidenten-Spross und dessen Vater im Wahlkampf mehrfach zu helfen. Das lässt aufhorchen. Denn es war die Plattform von Julian Assange, die kurz vor der Wahl widerrechtlich vertrauliche E-Mails der Demokraten veröffentlicht hatte.

Daraus geht hervor, dass die Plattform mit der Bitte um Weiterverbreitung ihrer Enthüllungen an Trump junior herantrat und Überlegungen zum Vorgehen gegen Trumps Wahlkampfgegnerin Hillary Clinton unterbreitete. US-Geheimdienste beschuldigen die russische Regierung, hinter den Hacking-Angriffen zu stehen.

In den Nachrichten an Trump ermutigte Wikileaks das Wahlkampfteam des Republikaners, auf die Veröffentlichung der E-Mails der Demokraten hinzuweisen. Darunter befänden sich ganze drei "kolossale" Antworten von ihm selbst, schrieb er auf Twitter. Einige der Nachrichten stammen aus der Zeit, als die Plattform noch dabei war, gestohlene E-Mails von Clintons Wahlkampfmanager John Podesta zu veröffentlichen. Die Nachrichten, die sein Sohn mit Wikileaks ausgetauscht hat, sind allerdings bereits der zweite Fall, die Trumps Umgebung - und speziell Donald Trump Jr. - zumindest indirekt mit Russland in Verbindung bringen. Dieser antwortete, er wisse nicht, wer das sei, wolle sich aber umhören.

Denn Donald Trump Jr. hat mit dem von Julian Assange geleiteten Enthüllungsportal kollaboriert. In einer weiteren Nachricht erkundigte er sich dann über bevorstehende neue Enthüllungen: "Was hat es mit der Mittwochs-Enthüllung auf sich, von der ich ständig lese?" Die Plattform bat ihn darum, einen Link zu verbreiten. Dies tat er zwei Tage später.

Das WikiLeaks-Konto hat in dieser Woche keine formelle Erklärung in Bezug auf das Auslaufen der privaten Nachrichten herausgegeben, obwohl Gründer Assange zu Twitter nahm ... Es folgen nur noch Mitteilungen von Wikileaks. Nun gab dieser zu, während des Wahlkampfs seines Vaters mit der Enthüllungsplattform Wikileaks in Kontakt gewesen zu sein. Außerdem riet Wikileaks Trump dazu, im Falle einer Niederlage die Wahl anfechten zu lassen.

Die Angelegenheit ist für Trump Jr. heikel, weil er ohnehin im Fokus der Russland-Affäre steht. Trump Jr. hatte im Wahlkampf auch eine russische Anwältin empfangen, die schädliche Informationen über Clinton anbot. Dies gilt als Indiz dafür, dass Mitglieder aus Trumps Wahlkampflager bereit gewesen sein könnten, mit Russland zusammenzuarbeiten, um den Wahlkampf zu beeinflussen. Der 39-Jährige, der zusammen mit seinem Bruder Eric formal das Firmen-Imperium des Vaters führt, muss abseits der Untersuchungen von Sonder-Ermittler Robert Mueller damit rechnen, demnächst erneut vor dem Justiz-Ausschuss des Senats verhört zu werden. Seine Enthüllungsplattform WikiLeaks machte US-Kriegsverbrechen öffentlich, entlarvte den heuchlerischen Umgang mit Schurkenstaaten und verhalf dem NSA-Whistleblower Edward Snowden zur Flucht.

Share