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Medizin

Nach Einreisestopp: Erste Hilfsgüter erreichen den Jemen

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UNO-Entwicklungshelfer dürfen in den Jemen zurückkehren

Eine Sprecherin des Welternährungsprogramms bestätigte, dass in der Hauptstadt Sanaa am Morgen ein erstes Flugzeug gelandet sei. Eine von ihnen hatte nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef über 15 Tonnen Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus und andere Krankheiten für das von Seuchen und Hunger geplagte Bürgerkriegsland an Bord. Nach Informationen aus amerikanischen Kreisen hatte US-Außenminister Rex Tillerson beim Verbündeten Saudi-Arabien auf eine Lockerung der Blockaden gedrängt. Dort sind nach Angaben aus der Hafenbehörde aber noch keine Hilfsschiffe zu erwarten.

Der Nordjemen steht vor katastrophalen Engpässen im Zusammenhang mit der saudischen Blockade, wobei viele Menschen in den letzten Wochen an Medikamentenmangel starben, Tausende an einer Choleraepidemie sterben, die zu den schlimmsten in der Geschichte der Menschheit gehört, und Warnungen besagen, dass Millionen bald von Unterernährung in den Zustand einer regelrechten Hungersnot übergehen werden. Allein eine Million Kinder sind demnach durch die sich rasch ausbreitende Diphtherie akut gefährdet.

Durch den seit 2015 dauernden Krieg ist das Gesundheitswesen des Landes weitgehend zusammengebrochen.

Im September 2014 hatten die aus dem Nordwesten des Jemens stammenden Huthis in Sanaa die Macht übernommen. Sie kontrollieren seitdem die Hauptstadt sowie weitere Gebiete des armen Landes. Sie begründeten das damit, dass die schiitischen Huthi-Rebellen eine Rakete Richtung Riad abgefeuert hätten.

Die Saudis werfen den Rebellen vor, von der schiitischen Führung im Iran unterstützt zu werden und über Hilfslieferungen Waffen zu erhalten.

Im Jemen kämpfen die Huthi-Rebellen gegen die Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansur Hadi. Geschätzte 17 Millionen der 27 Millionen Einwohner leiden unter der unsicheren Versorgungslage. Mindestens 10.000 Menschen kamen bislang ums Leben.

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