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Medizin

Seltene Krankheit: Bielefelder muss täglich 20 Liter Wasser trinken

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Mann muss 20 Liter Wasser am Tag trinken sonst droht er zu verdursten

Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen braucht jedoch täglich 20 Liter - sonst schwebt er in Lebensgefahr.

Rund 20 Liter am Tag ist eine Wasserration für Marc Wübbenhorst.

Laut Medienberichten leidet der 35-jährige Marc Wübbenhorst aus Nordrhein-Westfalen seit seiner Geburt an einer seltenen Stoffwechselkrankheit namens Diabetes insipidus renalis. Marc hat in seinem Leben noch nie durchgeschlafen, im Schnitt muss er 50 Mal pro Tag auf die Toilette.

"Bei einem Diabetes insipidus handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Nieren nicht in der Lage sind, die Flüssigkeit den Erfordernissen des Organismus anzupassen", erklärt Professor Dr. med. L. Schaaf vom Max-Planck-Institut für Psychiatrie auf dem Portal der Patienten-Selbsthilfegruppe Hypophysen- und Nebennierenerkrankungen München. Nur rund 60 Deutsche leiden an dieser Hormonstörung, die man auch Wasserharnruhr nennt. Das Schlimme an der Erkrankung sei nicht der ständige Durst, sondern der Schlafmangel und die damit einhergehende Erschöpfung. Ich hatte Freunde, Freundinnen, aber irgendwann wurde mir einfach alles zu viel. "Ich hatte eine Art Erschöpfungsdepression".

Noch heute führe er "ein Leben am Limit". "Natürlich gab es auch mal coole oder lustige Momente", erzählt der Bielefelder lachend: "Ich war zum Beispiel der Einzige, der seinen ganzen Namen in den Schnee pinkeln konnte".

Nachdem der 35-Jährige nach seinem Erziehungswissenschaften- und Geschichts-Studium erst an einer Förderschule unterrichtete, arbeitet er mittlerweile in einem Architekturbüro. Beruf und Alltag sind aber nach wie vor von seiner Erkrankung bestimmt: "Manche Dinge, zum Beispiel weite Reisen oder einige Sportarten, gehen einfach nicht".

Vor allem unerwartete Situationen können für ihn lebensgefährlich werden. Noch gut erinnert sich Wübbenhorst an einen dramatischen Zwischenfall: "Eines Tages haben wir unglaublich lange im Büro gearbeitet, irgendwann war es abends 22.30 Uhr, ich bin zum Zug und hatte meine Flasche Wasser nicht mit", erinnert sich Wübbenhorst. Dies wäre für den 35-Jährigen viel zu wenigen - mehr sogar: würde er es so machen, so wäre er vermutlich längst tot. Dazu passend: Die Toilette im Abteil war defekt. Ein guter Freund fand ihn schließlich am Jahnplatz - völlig orientierungslos und verwirrt, erste Verdurstungserscheinungen hatten bereits eingesetzt: "Er besorgte mir dann schnell etwas zu trinken, meine Rettung".

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