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Peter Stöger nicht mehr Köln-Trainer

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1. FSV Mainz 05 v Hamburger SV- Bundesliga

FC Köln hat sich offiziell von Peter Stöger als Trainer der Geißböcke getrennt. "Die Mannschaft war bereit, alles abzurufen. Es waren gute Gespräche, die Trennung ist daher in beiderseitigem Einvernehmen", sagte Spinner. Aber auch das nach zweimaligem Rückstand durch Treffer von Sehrou Guirassy hart erkämpfte Remis wird wohl nicht mehr für eine Weiterbeschäftigung ausreichen.

Das Stöger-Aus sickerte bereits vor der Partie gegen Schalke durch, weil Ruthenbeck am Vormittag in einer Ansprache an seine U-19-Mannschaft verraten hatte, dass Stöger entlassen werde und er für ihn einspringen würde. Nach der verheerenden Heimniederlage gegen Hoffenheim (0:3) habe der Verein den Wiener informiert, dass man auch nach anderen Trainer-Kandidaten Ausschau halte. Es war das Zeichen dafür, dass Stöger noch nicht resigniert hat.

Stöger verriet in einer Club-Aussendung, dass man die Entscheidung, getrennte Wege zu gehen, schon vor dem Schalke-Spiel getroffen habe. Auch die Spieler verabschiedeten sich gestern emotional von den zwei Österreichern, heute folgt ein Abschiedsessen, zu dem Stöger und Schmid laden. Weiterarbeit oder Trennung waren seine Alternativen. Nach Kicker-Informationen sollte es noch am Abend ein Treffen zwischen dem Coach und den FC-Verantwortlichen geben. "Es ist nicht selbstverständlich, dass die Fans die Mannschaft in so einer Situation so toll unterstützen", sagte er anschließend. Er ging unbeirrt seinen Weg, stellte das Team Woche für Woche gut auf die Gegner ein, blieb aber sieglos. Torwarttrainer Alexander Bade hatte auch ein paar freundliche Worte für den Chefcoach übrig, dem dann sogar noch ein Lächeln über die Lippen fuhr. Ruthenbecks Assistent wird Ex-FC-Profi Kevin McKenna (37).

Unrühmlich, der Kölner Umgang mit Stöger nach viereinhalb Jahren: Auch nach dem 2:2 gegen Schalke kann er live bei Sky und auf der Pressekonferenz nichts zu seiner Zukunft sagen. Vom Aufstieg in die Bundesliga bis zur Teilnahme an der Europa League - es schien nur noch eine Richtung zu geben: nach oben. Stöger hat vier Jahre lang hervorragende Arbeit abgeliefert, er hat einen geschwätzigen Klub, der ein veritables Imageproblem hatte, sportlich in der zweiten Liga ein trostloses Dasein fristete und finanziell den Bodensatz erreicht hatte, gemeinsam mit Schmadtke zu einem seriösen Vorzeigeverein umgestaltet, vor dem auch die traditionell bis ins tiefste Kabinenverlies bestens informierten Kölner Medien Respekt hatten. Als Wunschkandidat für die langfristige Stöger-Nachfolge gilt Holstein-Kiel-Trainer Markus Anfang. Klare, eindeutige Aussagen waren am Samstag jedenfalls Mangelware.

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