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Mehr als 50 Ermittler fahnden nach DHL-Erpresser

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Die Polizei rechnet mit weiteren Brandbomben des DHL-Erpressers

Ein verdächtiges Paket aus Köln stellte sich als harmlos heraus. Eine "heiße Spur" haben sie nach eigenen Angaben noch nicht. Eine andere Paketbombe war schon einen Monat zuvor bei einem Online-Händler in Frankfurt (Oder) in Flammen aufgegangen. Sie fordern von der DHL einen Millionenbetrag und drohen mit weiteren Paketbomben. Eine Potsdamer Soko, zunächst wegen einer möglichen Terrorlage nach der Auslieferung einer Paketbombe in einer Apotheke am Weihnachtsmarkt gegründet, wurde massiv aufgestockt. Am Montagmittag folgte die nächste Schocknachricht: in der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt ist ein weiteres Paket mit möglicherweise explosiven Inhalt eingetroffen. Es enthielt aber nur zusammengerollte Kataloge und keine Granate, wie zuerst befürchtet wurde. Der entscheidende Tipp sei allerdings noch nicht dabei gewesen, so die brandenburgische Polizei. Wenn ein Paket Verfärbungen, oder Flecken aufweist, eine undeutliche Handschrift trägt, oder viele Rechtschreibfehler zu erkennen sind, könnte es sich um eine Paketbombe handeln. Demnach gehen die Ermittler davon aus, dass der oder die Erpresser aus dem Raum Berlin-Brandenburg stammen. "Wir können nicht ausschliessen, dass Pakete auch über die Grenzen, beispielsweise in die Schweiz verschickt wurden", sagte Stefanie Klaus, Mitarbeiterin der Pressestelle des Polizeipräsidiums Brandenburg gegenüber "Bluewin". Inzwischen können Pakete auch bei einer der mehr als 2700 Packstationen eingeworfen werden oder in Extra-Paketbriefkästen, die vor manchen Filialen aufgestellt sind. Zudem sollen die Spuren, die die beiden Paketbomben hinterließen, analysiert werden.

Die DHL erklärte in Bonn, es sei nahezu unmöglich, alle Pakete zu kontrollieren.

Ähnlich äußerte sich CDU-Innenexperte Stephan Harbarth. "Diese Anforderungen auf alle Sendungen zu übertragen, die jeden Tag aufgegeben und zugestellt werden, ist kaum möglich", sagte Harbarth.

Werden die Pakete vom Versandunternehmen kontrolliert?

Etwa sieben Millionen von ihnen sind derzeit täglich im Umlauf und stellen den Dienstleister vor eine schier unlösbare Aufgabe. "Wir müssen die Bevölkerung deshalb aufrufen, bei Paketen sehr aufmerksam zu sein". Auch sie melden einen Zuwachs von rund 50 Prozent durch das Weihnachtsgeschäft.

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