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Wie reagieren die Menschen in Jerusalem?

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Polizei vor dem Felsendom

Im Wissen um die Emotionen, die ein derart umstrittener symbolischer Schritt in einer mit Symbolik überladenen Stadt wie Jerusalem auslösen kann, hatten die Parlamentarier die Hintertür seinerzeit ausdrücklich offen gelassen. Das war fast auf den Tag genau vor 100 Jahren, am 9. Dezember 1917. Heute ist Jerusalem der Sitz der modernen israelischen Regierung. Und mit der britischen Eroberung begann auch der politische Streit um Jerusalem, der bis heute anhält. Weder Muslime noch Juden wollen ihren Anspruch auf Jerusalem aufgeben, da sich dort die wichtigsten Heiligtümer ihrer Religionen befinden.

Muslime, Juden und Christen streiten sich oft. "Wir haben Jerusalem, die geteilte Hauptstadt Israels, vereint". Sie wurde auf dem Tempelberg gebaut, als Jerusalem unter islamischer Herrschaft stand. 70 Jahre nach Christus ließ der spätere römische Kaiser Titus den zweiten Tempel zerstören. Heute steht nur noch die Tempelmauer, auch Klagemauer genannt.

Christen schliesslich verehren Jerusalem als Ort, an dem Jesus Christus gepredigt und zusammen mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl genommen hat, als Ort, an dem er verhaftet, vor Gericht gestellt, zum Tode verurteilt und gekreuzigt wurde.

Warum Jerusalem für die Muslime wichtig ist: Im Koran wird Jerusalem nie erwähnt. Vom Felsen auf dem Tempelberg soll er dann in den Himmel aufgestiegen sein. Erst 624, also rund 14 Jahre nach Beginn der ersten koranischen Offenbarung, änderte Mohammed die Gebetsrichtung auf die Kaaba. Mehr als 3000 Palästinenser und 1000 Israelis kamen in den folgenden viereinhalb Jahren ums Leben.

Washington D.C. (kath.net) US-Präsident Donald Trump hat Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt. Sie erinnern sich hier an ihre Geschichte und fühlen sich Gott besonders nahe. Zehntausende Juden aus aller Welt pilgern zur "Kotel", um hier zu beten. Der Wunsch "Nächstes Jahr in Jerusalem", den Juden während des Pessachfestes aussprechen, legt davon Zeugnis ab. Der Name Jerusalem taucht erstmals in ägyptischen Texten des 19. Jahrhunderts vor unserer Zeit auf. Als Allenby vor hundert Jahren durch das Jaffator in die Stadt einzog, zählte Jerusalem nur rund 50.000 Einwohner.

Viele zionistische Pioniere äußerten nahezu Abscheu vor der Stadt. "Die muffigen Ablagerungen von 2000 Jahren der Unmenschlichkeit, Intoleranz, und Unsauberkeit liegen in deinen stinkenden Gassen". Er träumte vor der israelischen Staatsgründung davon, das Dorf Kurnub in der Negevwüste zur zukünftigen Hauptstadt zu machen.

Ein junger Mann, der in einem Geschäft arbeitet, warnt: "Der Status ist kompliziert".

Das gesamte Stadtgebiet steht unter der Kontrolle Israels. Unter seiner Führung hatten Israels Truppen im Sechstagekrieg den Ostteil der Stadt erobert und später von Jordanien annektiert - mit der festen Absicht, dort zu bleiben. Die Araber vertrieben die jüdische Bevölkerung aus dem jüdischen Viertel und verweigerten ihnen den Zugang zur Klagemauer. Adelson, schreibt die "New York Times", soll ungehalten reagiert haben, als der Präsident im Juni nicht anders handelte als seine Amtsvorgänger und die Verlegung der Mission nach Jerusalem um die üblichen sechs Monate vertagte. Viele Juden und Jüdinnen besuchen die Mauer und beten dort. Eigentlich gibt es eine muslimische Hoheit über den Tempelberg. Es ist die Heimat des israelischen Parlaments, der Knesset und des israelischen Obersten Gerichtshofs. Der Uno-Sicherheitsrat erklärte die faktische Annexion Ostjerusalems durch Israel in seiner Resolution 478 für "null und nichtig".

Washington/Düsseldorf. Jerusalem gilt drei Weltreligionen als heilige Stadt, und ihr Status ist seit Jahrzehnten die brisanteste Frage im israelisch-palästinensischen Konflikt. Mit ihrer Erklärung zu Jerusalem verlassen die USA indes den Konsens der Staatengemeinschaft.

"La Repubblica" (Rom): "Provokation, Bruch mit dem internationalen Recht und Gewalt im Anmarsch".

„Israel ist eine unabhängige Nation und hat wie jede andere unabhängige Nation das Recht, seine eigene Hauptstadt selbst zu bestimmen. Bis heute sind sämtliche Synagogen Jerusalem zugewandt. Die meisten von ihnen lehnen die israelische Besatzung ab.

Als Wohnberechtigte besitzen sie nur eine sogenannte Jerusalemer Ausweiskarte. Er wurde zum Wallfahrtszentrum für alle Israeliten.

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