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Medizin

Hendricks will Einsatz von Glyphosat weitestgehend beschränken

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Das Unkrautgift Glyphosat wird für weitere fünf Jahre erlaubt. Auf die Meldung aus Straßburg folgte die Debatte im Bundestag

Nach dem Glyphosat-Eklat bahnt sich auch im Ringen um ein EU-Verbot von Neonicotinoiden, die für das Bienensterben verantwortlich gemacht werden, ein Streit zwischen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) und Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) an.

Ab Mitte Dezember müssten Hersteller, die weiterhin glyphosathaltige Produkte verkaufen wollten, eine Zulassung neu beantragen, sagte Hendricks.

Nach dem Votum auf EU-Ebene für die weitere Zulassung von Glyphosat debattiert der Bundestag heute über den Umgang mit dem Unkrautvernichtungsmittel in Deutschland (ab 15.40 Uhr).

Der Streit um Glyphosat wird heute Nachmittag im Bundestag ausgetragen. Die FDP mahnte eine verstärkte Forschung und mehr Transparenz bei Zulassungsverfahren an. In den kommenden fünf Jahren, in denen Glyphosat in Europa erlaubt bleibt, sollten die Substanz und andere Verfahren der Unkrautbekämpfung weiter erforscht werden, lautet der FDP-Ansatz. Vorerst solle die Nutzung aber bereits eingedämmt werden. Die Bundesregierung solle sich an die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen und Empfehlungen der zuständigen Zulassungs- und Bewertungsbehörden halten. Anträge von SPD, Grünen und Linkspartei für ein Ende der Glyphosat-Anwendung in Deutschland und ein weiterer Antrag der FDP kommen nun zur Beratung in den Hauptüberschuss. Die Grünen fordern, den Ausstieg aus Glyphosat unverzüglich einzuleiten und einen Ausstiegsplan mit umweltverträglichen Alternativen zu erarbeiten. Der Grünen-Experte Harald Ebner sagte in der heutigen Sitzung, nun komme es auf Schadensbegrenzung auf nationaler Ebene an.

Auch die SPD und die Linke fordern ein Verbot des umstrittenen Mittels.

Die neuen Abgeordneten des Bundestages debattieren am Dienstag 45 Minuten zum Thema Glyphosat. Der CDU-Politiker Hermann Färber warnte vor Panik wegen möglicher Gesundheitsgefahren: "Glyphosat ist das am besten untersuchte Pflanzenschutzmittel weltweit". Umweltexperten sehen in dem Mittel aber zudem eine Gefahr für die Artenvielfalt und verweisen auf Bedrohungen nicht nur für Pflanzen, sondern auch vor allem für Insekten und Vögel. Daher warben sie dafür, den Vorschlägen der EU-Kommission für ein Verbot der Freiland-Anwendung mehrerer Neonikotinoide zuzustimmen.

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