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Medizin

Abhängigkeit von Videospielen soll als Krankheit anerkannt werden

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Online-Spielsucht

Ja, sagt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der neuesten Auflage der ICD soll "Gaming Disorder" als Kategorie auftauchen. Darauf weist ein Entwurf der nächsten Liste zur Klassifikation von Krankheiten (ICD-11) hin, über den "Golem.de" berichtet.

Die derzeit gültige ICD-10 hat die WHO 2016 herausgegeben. Auf der offiziellen Homepage der Weltgesundheitsorganisation ist nicht nur das aktuelle Klassifikationssystem aufgeführt, sondern auch eine Beta-Version der ICD-11. Möglicherweise wird die Gaming Disorder bald als Krankheit anerkannt.

Die Aufnahme in den ICD-11 - wenn sie denn passiert, es handelt sich schließlich um eine Diskussionsgrundlage - bedeutet nicht, dass Computerspielen per se als schadhaft bezeichnet wird. Unter "Disorders due to addictive behaviours" - "Störungen aufgrund von Suchtverhalten" - sind "Gambling Disorder" und "Gaming Disorder" aufgeführt, also Spielsucht - entweder die Sucht nach Glücksspiel, oder die Sucht nach Computer- bzw. Das wiederum, glaube ich, könnte zu einer großen Verbesserung der Qualität der Videospiele führen, die nicht einfach nur etablierten Belohnungs- und Suchtmustern im Spieldesign folgen, sondern ohne billige (und schädliche Tricks) interessante Spiele herstellen müssen.

Erkennbar wird die "Gaming Disorder" durch eingeschränkte Kontrolle der Spielzeit, übermäßig wachsender Bedeutung der Videospiele und Vernachlässigung des sozialen Lebens bis hin zur Verdrängung der Realität.

Eine "Gaming Disorder" soll allerdings erst nach zwölf Monaten andauernden Symptomen ausgesprochen werden, im schweren Fällen könnte die Diagnose aber auch früher gestellt werden.

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