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IG Metall kündigt Streiks an: Arbeitgeber erbost

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Auch das Maschinenbau Unternehmen Lühr Filter an der Enzer Straße wird laut IG Metall ab kommender Woche von Warnstreiks betroffen sein.

Im Tarifkonflikt in der deutschen Metall- und Elektroindustrie startet die IG Metall in der Nacht zum Montag auch mit Warnstreiks in Nordrhein-Westfalen. In Stuttgart planen am Vormittag mehr als 1000 Beschäftigte der Volkswagen-Tochter Porsche einen Warnstreik, der um 9.15 Uhr beginnen soll.

In Deutschlands Schlüsselindustrie sind insgesamt 3,9 Millionen Menschen beschäftigt. Streiks dürften nur das letzte Mittel sein, wenn Verhandlungen zu keinem Ergebnis führten, erklärte Geschäftsführer Peer-Michael Dick. "Wir unterschreiben nur Tarifverträge, die mit Recht und Gesetz in Einklang stehen", kündigte Verhandlungsführer Stefan Moschko an. Bereits am Dienstag hatte es erste kleinere Warnstreiks in Hannover und Salzgitter gegeben.

Die IG Metall plant neben stundenweisen Arbeitsniederlegungen erstmals auch ganztägige Warnstreiks schon vor einem Scheitern von Verhandlungen, was die Unternehmen angesichts der brummenden Konjunktur empfindlich treffen würde.

Auch in Brandenburg an der Havel gingen rund 600 Metaller beim Auto-Getriebeherstellers ZF Getriebe Brandenburg GmbH auf die Straße. Porsche-Gesamtbetriebsratschef Hück wiederum nannte das Arbeitgeberangebot eine Provokation.

Die Tarifgespräche werden regional geführt.

Die Arbeitgeber hatten bislang ein Lohnplus von zwei Prozent im April angeboten, zudem eine Einmalzahlung von 200 Euro für die Monate Januar bis März.

In den Verhandlungen spielt bundesweit das Thema Arbeitszeit eine große Rolle: Die Gewerkschaft will erreichen, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit ohne Lohnausgleich auf bis zu 28 Stunden für 2 Jahre mit Rückkehrrecht zur Vollzeit verkürzen können. Der Auftakt der dritten Runde findet am 11. Januar in Böblingen statt, am 15. Januar folgt Bayern und einen Tag später Niedersachsen. "Die Forderung der IG Metall nach einem finanziellen Ausgleich ohne Arbeitsleistung ist nach unserer Auffassung rechtswidrig, und damit sind auch die Warnstreiks illegal, wenn sie sich auf diese Forderung beziehen".

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