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Naketano stellt völlig überraschend den Betrieb ein

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Naketano

Schock-Nachricht in der Modebranche: Mit einem Schreiben an seine Kunden im Einzelhandel teilt das Essener Label Naketano mit, den Geschäftsbetrieb einstellen zu wollen. 2018. Der Webshop wird zum Ende des gleichen Tages offline gehen. Das Unternehmen werde allerdings nicht verkauft.

2005 gründeten Peljhan und Lonac das Unternehmen. Heute gilt es in den großen Modehäusern als Umsatzbringer. "Wir haben mit der Kollektion in der vergangenen Saison ein Umsatzplus von 50 Prozent gemacht", wird ein Händler aus Norddeutschland in dem Bericht zitiert. Allein 2015 habe Naketano laut Bundesanzeiger einen Umsatz von rund 44 Millionen Euro erwirtschaftet bei einer Umsatzrendite von 17 Prozent. Das Gros der Umsätze wird in Deutschland erzielt.

Die Kapuzenpullis mit dicker weißer Kordel am Kragen sind ein Markenzeichen des Essener Modelabels Naketano.

Trotzdem wurde Naketano immer wieder heftig kritisiert. Der Grund: Obwohl die Produkte eher harmlos aussehen, tragen sie auffällige, um nicht zu sagen sexistische Namen: von "Muschiflüsterer" über "Blasinstrument" bis hin zu "Monsterbumserin". Und das, obwohl das Unternehmen sich als hip und vegan darstellt und etwa auf tierische Materialien wie Leder verzichtet. Erst im Kleingedruckten auf dem Etikett lassen sich die Produktnamen nachlesen.

Warum Naketano einen Schlussstrich ziehen will, was aus den Mitarbeitern werden soll beziehungsweise ob es neue Pläne für das Unternehmen gebe, blieb zunächst unklar. "Die Produktnamen sind Ausdruck unserer künstlerischen Freiheit". Nun verkündet die verschwiegene Chefetage das rätselhafte Aus des Labels.

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