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Berliner Gericht: Niki muss Insolvenz in Österreich anmelden

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Die Übernahme des österreichischen Ferienfliegers Niki durch die
britisch-spanische Holding IAG steht auf der Kippe. Das Landgericht
Berlin entschied die Zuständigkeit für das Niki Insolvenzverfahren
liege in Österreich und nicht in Deutschland

Airbus der Niki: Gerichtsentscheid könnte Auswirkungen auf den Verkauf an IAG haben. Das Landgericht hat innerhalb eines Monats eine Beschwerde bei der letzten Instanz, dem Bundesgerichtshof, zugelassen. Das Urteil des Amtsgerichts Charlottenburg gilt daher vorerst noch, sagte die Gerichtssprecherin Annette Gabriel auf "Heute"-Nachfrage".

Damit wurde eine Entscheidung des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg gekippt, das im Dezember das vorläufige Insolvenzverfahren in Berlin eröffnet hatte, weil Nikis Hauptgeschäft und Führung am Sitz des Mutterkonzerns angesiedelt seien. Sprecher von Niki und IAG wollten laut Reuters dazu nicht Stellung nehmen.

Als Gründe für die Entscheidung führt das Landgericht Berlin aus, dass Niki Büros auch in Wien unterhalte, unter anderem die Finanzbuchhaltung. Ebenso liege der Ort der zuständigen Aufsichtsbehörde in Wien, da die Schuldnerin über eine österreichische Betriebsgenehmigung verfüge und die Lufttüchtigkeit der Flugzeuge von dort aus überwacht werde. So lange ist auch das Verkaufsverfahren gestoppt, weil das Insolvenzverfahren nicht eröffnet werden kann.

Die Entscheidung geht zurück auf einen Antrag des Fluggastrechteportals "Fairplane", das durch die Vermischung der Insolvenzen von Air Berlin und Niki Interessenskonflikte befürchtet.

Der Fluggast-Dienstleister FairPlane verspricht sich von einem Konkursverfahren in Österreich bessere Chancen, Kundenforderungen von mehr als 1,2 Millionen Euro durchzusetzen. Euro durchsetzen zu können.

Januar 2018 hat das Landgericht Berlin der Beschwerde des Fluggastportals FairPlane stattgegeben und seine Zuständigkeit für das Hauptverfahren der Insolvenz von NIKI abgelehnt.

Der zu bestellende österreichische Masseverwalter muss nun gemeinsam mit dem Gläubigerausschuss den in Berlin beschlossenen Verkauf von großen Teilen von NIKI an IAG/Vueling nochmals prüfen. Daher sei völlig offen, ob die Niki-Geschäftsführung Beschwerde einlegt und somit den IAG-Verkauf riskiert, heißt es aus Justizkreisen. Die Kaufverträge seien "hinfällig". 740 der 1000 Mitarbeiter sollen übernommen werden.

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