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AKTIE IM FOKUS 2: Conti auf Rekord - Aufspaltungsfantasie treibt Autozulieferer

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Hintergrund des steigenden Conti Aktienkurses sind Berichte wonach der Dax Konzern derzeit seine Aufspaltung

So hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen über eine mögliche Aufspaltung des Hannoveraner Dax-Konzerns berichtet. Das Unternehmen habe hierzu aber bereits Berater hinzugezogen. Zuletzt stand das Papier knapp darunter, wobei das Plus immer noch annähernd fünf Prozent betrug.

Den Insidern zufolge könnte bei Continental ein mögliches Szenario der Aufbau einer Dachgesellschaft und ein separates Aktienlisting der profitableren Geschäftsbereiche sein. Finanzexperten trauen Conti bei der Marge bereits rund 11,3 Prozent zu. Laut den informierten Kreisen befinden sich die Pläne aber noch in einem sehr frühen Stadium.

Schon damals war auch über eine Herauslösung der Sparte aus dem Konzern nachgedacht worden. Dabei rechnet das Unternehmen aus Hannover mit einer leichten Steigerung der weltweiten Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen um mehr als 1 Prozent auf rund 97 Millionen Fahrzeuge. "Ob und welche Änderungen sich aus diesen Analysen und Szenarien ergeben, ist zum heutigen Zeitpunkt noch völlig offen". Es lägen auch keine beschlussfähigen Pläne vor. Gebremst wurde Conti in der Reifensparte im vergangenen Jahr von gestiegenen Kosten für den Einkauf von Kautschuk und anderen Rohmaterialien. Vom Umsatz her ist das restliche Autozuliefergeschäft allerdings größer.

Vor etwa einem Jahr hatte der Konzern beschlossen, das Geschäft mit Antriebssträngen nicht - wie die Wettbewerber Delphi und Autoliv - abzuspalten, sondern im Konzern zu behalten und neu auszurichten.

Mit dem Aufkommen von Elektromotoren gerät das Geschäft mit herkömmlichen Antriebssträngen absehbar unter Druck. Continental setzt aber darauf, dass die Verbrennungsmotoren noch lange Geld ins Haus bringen.

Ein gewichtiges Wort mitreden könnte der Großaktionär, die Industriellenfamilie Schaeffler. Continental wuchs damit schneller als der globale Markt für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge, der im Vergleich zum Vorjahr und auf Basis vorläufiger Daten um lediglich um 2 Prozent zulegte. Vorausgegangen war ein missglückter Übernahmeversuch, bei dem der fränkische Wälzlagerhersteller in der Wirtschafts- und Finanzkrise vor rund zehn Jahren nahezu in die Pleite geschlittert war.

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