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Bannon geht auf Distanz zu Zitaten aus Enthüllungsbuch - dementiert aber nicht

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Trump Jr. hatte gehofft, dabei Schmutziges über die Wahlrivalin seines Vaters, Hillary Clinton, zu erfahren. Dem Treffen mit der Anwältin kommt besonderes Gewicht zu, weil ein Sondermittler untersucht, ob es zwischen dem Trump-Lager und Russland Absprachen zu einer Wahlbeeinflussung gegeben hat.

Bannon erklärte dazu nun, Donald Trump junior sei "ein Patriot und ein guter Mensch". Das Werk mit seinen diversen Schilderungen einer völlig chaotischen Regierungsführung schlug auch am Wochenende hohe Wellen und überschattete ein Treffen Trumps mit führenden Republikanern über die Strategie der Konservativen in diesem wichtigen Kongress-Wahljahr.

Trumps Ex-Berater führte aus, seine Erfahrung als Marinesoldat auf der Jagd nach sowjetischen U-Booten während des Kalten Krieges habe seine Äußerungen über das Treffen mit der russischen Anwältin beeinflusst. Er bekundete "unerschütterliche Unterstützung" für den US-Präsidenten und dessen Agenda.

Trumps Politikberater Miller sagte über Bannon auf CNN, dieser sei "rachsüchtig" und habe den "Bezug zur Realität" verloren. Der Autor kenne ihn "überhaupt nicht" und habe ihn niemals interviewt.

Der US-Präsident feierte anschließend den Auftritt seines Redenschreibers.

Trump hatte nach Bekanntwerden der Bannon-Zitate aus dem Buch erklärt, Bannon habe "nichts mit mir oder meiner Präsidentschaft" zu tun gehabt. Der Journalist sei ein "totaler Versager", schrieb der Präsident auf Twitter. Es zeichnet ein düsteres Bild von der Trump-Präsidentschaft, von Chaos und Intrigen im Weißen Haus und von einem Staatschef, der wegen seiner Führungsschwäche von den eigenen Mitarbeitern verhöhnt wird. Der Autor habe Bannon benutzt, "der geweint hat, als er gefeuert wurde, und der um seinen Job gebettelt hat".

Vorab in den Medien veröffentlichte Auszüge des Enthüllungsbuchs sorgten für einen derartigen Wirbel, dass sich der Verlag entschied, den ursprünglich für Dienstag vorgesehenen Erscheinungstermin auf Freitag vorzuziehen. In vielen Läden in Washington war "Fire and Fury" am Freitag bereits ausverkauft, beim Onlinehändler Amazon steht das Buch an der Spitze der Bestsellerliste.

Wolff verwahrte sich am Sonntag gegen den Vorwurf, er habe mit seinem Buch Trump schaden wollen.

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