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Bauern befürchten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest

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Hier erfolgt eine Übertragung durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren (Sekrete, Blut, Sperma), die Aufnahme von Speiseabfällen oder Schweinefleischerzeugnissen oder indirekte Übertragungswege (Fahrzeuge, kontaminierte Jagdausrüstung, Landwirtschaftsmaschinen, Kleidung), berichtet das Friedrich-Löffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. So könnte die Seuche, die von Osteuropa Richtung Westen vorrückt, sehr schnell durch kontaminierte Essensreste, die an Raststellen entsorgt werden, nach Deutschland eingetragen werden. Für Menschen ist die Afrikanische Schweinepest aber ungefährlich.

Von der Afrikanischen Schweinepest sind vor allem Haus- und Wildschweine betroffen. Wann das Virus, dessen Ursprung im südlichen Afrika liegt und das sich seit 2014 in Osteuropa immer weiter ausbreitet, auch hiesige Bestände befällt, scheint nur mehr eine Frage der Zeit. In der Mehrzahl der Fälle sterben die Tiere innerhalb einer guten Woche. Die Seuche reise im Führerhaus von Lastwagen mit - als Brotzeit von Fahrern aus Tschechien, aber auch aus Litauen oder der Ukraine. Doch der Erreger kann sich auch über längere Zeit in Lebensmitteln halten.

"Wirft ein Fahrer Reste einer Wurstsemmel weg, die das Virus enthalten, ist die Infektionsgefahr groß", sagt auch Walter Heidl. Konkret heißt das: Wildschweine sind potentielle Überträger, illegale Schweinelieferungen aus infizierten Gebieten und die Verkettung von Umständen. Dazu kommt: Sie wird durch einen völlig anderen Erreger verursacht, und es gibt weder Impfungen noch Medikamente. Denn die Krankheit ist hochgefährlich und Gegenmittel gibt es keine. Bei einem Ausbruch in einem Stall müssten alle Schweine im betroffenen Betrieb sowie im Umkreis getötet werden. Zur Abwehr der Schweinepest plädiert Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl deshalb für eine stärkere Wildschweinjagd.

Wie groß ist die Gefahr, dass die Tierseuche auch in Deutschland auftritt? Rumänien, Russland und Weißrussland sowie die baltischen Staaten sind betroffen. Ein Ausbruch wäre für die heimischen Schweinezüchter eine "Katastrophe", sagte Heidl. Von Bund und Ländern fordern die Bauern mehr Einsatz gegen die Seuche. In Polen bekommen Jäger auf Anordnung des polnischen Präsident Andrzej Duda seit Kurzem bis zu zu sechs Tage bezahlten Sonderurlaub, wenn sie diesen zur Jagd auf die sich schnell vermehrenden Wildschweine nutzen. Jäger sollen für das Erlegen bestimmter Wildschweine 20 Euro zusätzlich erhalten.

In Nordrhein-Westfalen hat das Umweltministerium bereits zu solchen Maßnahmen gegriffen. Ab sofort ist die Schonzeit für Wildschweine aufgehoben. Deutschlands Wälder (und zunehmend auch Parks und Gärten) sind bei Keiler, Bache und Frischling äußerst beliebt: Laut FLI zählt die Bundesrepublik zu den Ländern mit dem höchsten Schwarzwildbesatz überhaupt.

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