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Boateng springt Matuidi nach rassistischen Anfeindungen zur Seite

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SC Freiburg- Eintracht Frankfurt

Kevin-Prince Boateng setzte in den vergangenen Monaten nicht nur auf dem Platz viele positive Akzente, er prangerte in Interviews auch immer wieder Rassismus an. Die Argumentation, dass das Werbefoto von H&M nicht rassistisch sei, weil es ja auch ein weißer Junge hätte sein können, ärgert ihn mächtig. "Wir müssen eine Front bilden und dagegen angehen".

Kevin-Prince Boateng echauffierte sich jedoch nicht nur über H&M, sondern auch über einen anderen Vorfall vom Dienstag. "Keiner soll damit anfangen, dass das nichts mit Rassismus zu tun hat". Also ich als Dunkelhäutiger sehe das genauso. "Das ist einfach eine Frechheit". "Schwache Menschen versuchen, mich mit Hass einzuschüchtern". Wir dürfen die Augen nicht zumachen.

In der Kabine der Eintracht seien die Fälle ein großes Thema gewesen. Boateng berichtet: "Wir haben darüber gesprochen". In den Gesichtern standen viele Fragezeichen. "Aber jeden Tag passiert was". Die haben bestimmt um die zehn Leute, die sich ums Marketing kümmern.

Boateng sagte dazu: "Da reicht mir auch keine Entschuldigung". H&M hat das Foto zurückgezogen. "Ich bin sehr sauer und traurig zugleich". "Weil ich nicht wusste, wohin mit meinem Ärger". "Überlegt euch mal, wie sich das anfühlt". Viele Menschen wissen das nicht.

Matuidi hatte solche Erfahrungen bereits Ende Dezember im Spiel bei Hellas Verona machen müssen. Er geht nach Hause und wurde zutiefst beleidigt, nur weil er eine andere Hautfarbe hat. Noch immer müssten dunkelhäutige Menschen fühlen, "dass wir anders sind". Dem Klub droht ein Geisterspiel, zudem wurde Verona eine Geldstrafe von 20.000 Euro aufgebrummt. Dass der Verein danach mit 20 000 Euro davon kam, ist für Boateng ein schlechter Scherz - verständlich in Zeiten von neunstelligen Ablösesummen. "Das ist doch ein Witz", regt sich Boateng auf und fordert härtere Strafen, "da müssen sie halt mal hinter verschlossenen Türen spielen". "Wir müssen den Sport nutzen, um dagegen vorzugehen". "Wir haben uns darüber unterhalten", sagte Boateng, die Empörung sei groß. "Ich werde jetzt irgendetwas in die Hand nehmen, und wenn das meine Berufung ist, vom großen Gott, von Allah, Buddha oder wem auch immer: Es reicht jetzt". "Deswegen denke ich, dass es ganz einfach ist, eine gute Gruppe zusammenzukriegen, die das bekämpft". "Ich möchte mich gerne mit ihm austauschen".

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