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Medizin

Cannabis aus der Apotheke überraschend stark nachgefragt

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Cannabis auf Rezept überraschend stark nachgefragt

Wie die "Rheinische Post" berichtet, stellen immer mehr Menschen bei ihrer Krankenkasse Antrag auf die Kostenübernahme dafür. Sie bewertet die hohe Zahl der Anträge dennoch positiv: "Die steigende Zahl der Genehmigungen zeigt, wie wichtig es war, dieses Gesetz im letzten Jahr auf den Weg zu bringen". Das geht aus einer Umfrage der Zeitung bei den größten gesetzlichen Krankenkassen Techniker (TK), Barmer und AOK-Bundesverband hervor.

Kritik an der Genehmigungspolitik der Kassen Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, liegt die Genehmigungsquote der Krankenkassen bei 62 (Barmer) und 64 Prozent (TK, AOK).

Vor der Änderung des Betäubungsmittelgesetzes, wodurch Cannabis nun auf Kassenkosten verschrieben werden darf, hatten lediglich rund 1000 Menschen in Deutschland eine Ausnahmegenehmigung für den Konsum. Man hatte mit knapp 700 Patienten pro Jahr gerechnet, die Cannabis auf Rezept benötigen. Ablehnungsgründe waren meist unvollständige Anträge oder Zweifel an der Notwendigkeit einer Cannabis-Therapie.

Drogenbeauftragte Marlene Mortler
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler

Der Umfrage zufolge gab es bei den AOK-Kassen 7.600 Anträge ein. Die Drogenbeaufttragte der Bundesregierung mahnt, Cannabis sei kein Allheilmittel.

Seit März 2017 können Schwerkranke Cannabis auf Rezept erhalten. Auch die Suchtexpertin der Grünen im Bundestag, Kirsten Kappert-Gonther, kritisiert das Gebaren der Kassen bei der Kostenübernahme. Je nachdem, wie sie Cannabis nutzen und in welcher Dosis, bedeutet das Kosten in Höhe von 140 bis 1800 Euro pro Monat. Dazu läuft derzeit eine Ausschreibung der neuen Cannabisagentur des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte.

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