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Illegale Zahlung? So wehrt sich ÖFB-Boss Windtner

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FB BEKANNTGABE DES NEUEN TEAMCHEF WINDTNER

"Die Wiener Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt gegen Leo Windtner", berichteten gestern die Internet-Plattformen "90minuten.at" und "Addendum".

In der Stellungnahme des ÖFB gegenüber den "90minuten.at" und "Addendum" hieß es, dass Leo Windtner in einer Sitzung des ÖFB-Präsidiums am 7. Dezember des Vorjahres darüber informiert habe, dass eine Anzeige des Eisenbahnersportvereins Wels bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien gegen ihn vorliege.

Windtner habe Unterlagen eingereicht, von denen der ÖFB offiziell keine Kenntnis gehabt haben soll.

In der Anzeige des ESV heißt es, dass sich Windtner "den Vorwurf gefallen lassen muss, bei einer 100.000-Dollar-Spende durch den in Verruf geratenen Ex-Fifa-Boss Sepp Blatter intransparent und rechtlich fragwürdig agiert zu haben". Die Zahlung sei 2015 kurz vor Blatters Wiederwahl als Fifa-Boss auf ein Konto der Linzer Oberbank eingegangen.

Die Förderung betrifft das oberösterreichische Fußballsozialprojekt Acakoro in den Slums von Kenia, dem Windtners Ehefrau als Schirmherrin vorsteht.

"Der Anzeigeerstatter verweist dabei selbst auf eine aus seiner Sicht ungerechte Behandlung des Sportvereins durch den Oberösterreichischen Fußballverband, die somit Anlass für die Anzeige war", so der ÖFB. "Es ist alles transparent gelaufen und jeder Cent belegt". "Ich habe Blatter weder ein Versprechen noch eine Zusage gegeben". Unvereinbarkeit? Stimmenkauf? Umso verwunderlicher ist es, dass seine sonst so mitteilungsfreudigen Landesfürsten partout jetzt schweigen. "Soweit habe ich nicht vorgedacht, weil ich mir nichts vorzuwerfen habe". Der damalige Generaldirektor Alfred Ludwig habe Windtner aber informiert, dass der ÖFB nicht in das Hilfsprojekt involviert sei.

Letztlich landete das Geld im März 2015 beim ÖFB, wurde vom Verband aber offenbar mangels Beschlusses oder Antrag sofort wieder retourniert, auch weil man sich nicht in der Lage gesehen habe, die Mittelverwendung eines Privatprojektes in Kenia zu kontrollieren. Der Schweizer war damals im Wahlkampf um den Weiterverbleib an der Fifa-Spitze.

Diese Transaktion beschäftige nun offensichtlich die Ermittler. Am Tag danach sei das Geld laut den Medienberichten direkt an die Hilfsorganisation überwiesen worden.

Windtner ließ nicht locker, kontaktierte erneut Blatter.

Zu einem angeblichen Vorverfahren bei der Ethikkommission der FIFA, sagte Windtner: "Dazu kann ich nichts sagen". Bestätigt ist dies allerdings nicht.

Blatter führte den Weltverband von 1998 bis 2016. Ein Berufungsgericht reduzierte diese Sperre jedoch um zwei Jahre. Der seit 2009 als Präsident des größten Sport-Fachverbandes des Landes agierende Windtner (66) halte sich auf aktuelle Anfragen dazu aber bedeckt.

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