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Sexismus-Debatte in Frankreich Deneuve und andere werben für "Freiheit zu belästigen"

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Die französische Schauspielerin Catherine Deneuve

Die aktuelle Kampagne gegen sexuelle Übergriffe durch Männer spiele nur religiösen Extremisten in die Hände, meint Catherine Deneuve.

Die gefeierte französische Schauspielerin Catherine Deneuve (74, "Ein Sommer in der Provence") hat nach den Skandalen in Hollywood Angst um die sexuelle Freiheit. Weiter heißt es: "Vergewaltigung ist ein Verbrechen". Sie warnen vor einem "Klima einer totalitären Gesellschaft" und stellen sich gegen einen Feminismus, "der über die Anprangerung von Machtmissbrauch hinaus das Gesicht eines Hasses auf Männer und die Sexualität annimmt". Heute würden bereits Männer "zur Kündigung gezwungen, deren einziges Vergehen es ist, ein Knie berührt oder einen Kuss erhascht zu haben". Die Frauen, die den Brief unterzeichneten, erklärten zudem, sie wollten die sexuelle Freiheit verteidigen - für die es wichtig sei, dass es "die Freiheit zu verführen" gebe. Deneuve gehört zu den etwa 100 französischen Schriftstellerinnen, Künstlerinnen und Akademikerinnen, die in einem offenen Brief die große Zahl von Anschuldigungen beklagen, die auf die Vorwürfe gegen Produzent Harvey Weinstein (65) folgten. Unter dem Hashtag #balancetonporc (Verpfeif' das Schwein) berichteten im Kurzbotschaftendienst Twitter tausende Frauen über Anmache oder Missbrauch - ähnlich wie in den USA unter dem Schlagwort #MeToo (Ich auch). Die Diskussion habe legitimerweise Bewusstsein geschaffen für sexuelle Gewalt gegen Frauen, heisst es in dem nun veröffentlichten Gastbeitrag, dies sei notwendig gewesen. "Dieses Fieber, die 'Schweine' zur Schlachtbank zu führen (.), dient in Wahrheit den Interessen der Feinde sexueller Freiheit, der religiösen Extremisten, der schlimmsten Reaktionäre und derjenigen, die meinen (.), dass Frauen 'besondere' Wesen sind, Kinder mit Erwachsenengesicht, die nach Schutz verlangen".

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