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Facebook will künftig Freunde Firmen vorziehen

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Damit solle das weltgrößte Online-Netzwerk wieder stärker auf das ursprüngliche Ziel ausgerichtet werden, persönliche Verbindungen zu ermöglichen, schrieb Mark Zuckerberg in einem Facebook-Beitrag in der Nacht auf Freitag. Die Änderung gehe auf Wünsche von Nutzer zurück.

Facebook ändert den Algorithmus, mit dem es Beiträge im Newsfeed sortiert und priorisiert, immer mal wieder. Dagegen werden Beiträge von Freunden und Familienangehörigen wieder prominenter platziert.

Mit diesem Update werde man zukünftig die Beiträge priorisieren, was dazu führen soll, dass es mehr Unterhaltungen und bedeutungsvolle Interaktionen auf Facebook geben werde. Das ist eine Abkehr vom bisherigen Modell, in dem Nutzer vor allem Beiträge angezeigt wurden, die zur Interaktion anregen sollten.

Die Zahl der Anzeigeplätze im Newsfeed werde nicht erhöht, sagte Facebook-Manager John Hegeman.

Für viele Unternehmen und Medien dürften die Änderungen einen radikalen Einschnitt bedeuten. Facebook hatte in den vergangenen Jahren versucht, verstärkt zur Plattform für Medieninhalte zu werden.

Zuckerberg hatte in seiner Neujahrsbotschaft angekündigt, das soziale Netzwerk 2018 verbessern zu wollen. Das könnte den Wettbewerb um vorhandene Werbeslots anheizen. Zugleich können Nutzer selbst in den Einstellungen dafür sorgen, dass die Beiträge von Seiten, denen sie folgen, ganz oben im Newsfeed auftauchen - und damit die Änderung aushebeln. "Ich ändere die Vorgabe für unsere Produktteams von der zielgerichteten Unterstützung bei der Suche nach relevanten Inhalten so, dass sie euch helfen, sinnvollen sozialen Austausch zu haben", so Zuckerberg. "Andererseits kann das passive Lesen von Beiträgen oder das Anschauen von Videos - selbst wenn sie unterhaltsam oder informativ sind - nicht so gut sein". Facebook fühle eine Verantwortung dafür, dass Dienste des Netzwerks gut für das Wohlbefinden seien, schrieb Zuckerberg.

Ein Grund für die Änderungen sei auch, dass laut Studien Kontakte über soziale Medien mit Menschen, die einem wichtig sind, gut für das Wohlbefinden sein könnten. User werden dann womöglich weniger Zeit auf Facebook verbringen.

Zuckerberg geht davon aus, dass durch die Änderungen die Verweildauer der Nutzer auf Facebook ebenso wie einige andere Werte über deren Engagement sinken. Auf lange Sicht würden sich die Veränderungen allerdings für Mitglieder wie Firmen auszahlen. "Wir müssen das System neu fokussieren", sagte der Facebook-Chef der "New York Times". Mehr Freunde und Familie, weniger Marken und Medien lautet das Credo.

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