weltkunstbulletin.com

Welt

Laut Verfassungsschutz: Reichsbürger planen Armee

Share

Dem Bericht zufolge besitzen mehr als 1.000 Reichsbürger eine waffenrechtliche Erlaubnis. Dies berichtet der FOCUS unter Berufung auf die Verfassungsschutzämter der deutschen Bundesländer.

Am 19. Oktober 2016 stürmen Spezialkräfte der Polizei das Wohnhaus von Wolfgang P. Der sogenannte "Reichsbürger", der eine schusssichere Weste trug, eröffnete sofort das Feuer, traf einen 32 Jahre alten Polizisten tödlich.

Der Bundesverfassungsschutz hält die stark zersplitterte Szene für "eine staatsfeindliche Bewegung, deren Gefährdungspotenzial sichtlich gestiegen ist". Dem Bericht zufolge ist die Zahl der "Reichsbürger" und sogenannter Selbstverwalter binnen eines Jahres um mehr als 50 Prozent gestiegen - auf nunmehr 15.600 in diesem Januar.

Noch Anfang letzten Jahres hatte der bayerische Innenminister Herrmann mitgeteilt, dass im Freistaat 1.700 "sogenannte Reichsbürger" eindeutig von Polizei und Verfassungsschutz identifiziert worden seien. So zählen die Verfassungsschützer 2500 Mitglieder in Baden-Württemberg und 2.200 Mitglieder in Nordrhein-Westfalen.

Die Reichsbürger sind eine in Kleingruppen zersplitterte Szene, die die Bundesrepublik, ihre Institutionen und Gesetze nicht anerkennt. "Die bereiten sich eigenen Angaben zufolge auf den Tag X vor", sagte ein ranghoher Beamter dem "Focus". Sie wird vom Verfassungsschutz beobachtet, weil auch Rechtsextremisten darunter sein sollen.

Hotspot der "Reichsbürger" ist laut den Behörden Bayern.

Entsprechende Bestrebungen hätten Verfassungsschutzämter in Ostdeutschland registriert.

Staatsschützer befürchten demnach, dass die Idee einer Reichsbürgerarmee bislang unvernetzte Einzelaktivisten und Kleinstgruppen zu engeren Zusammenschlüssen und dem Aufbau fester Strukturen veranlassen könnte. Ein Teil der "Reichsbürger" bezeichnet sich als Selbstverwalter, die ihr eigenes Grundstück als Staat bezeichnen und den Behörden den Zutritt verweigern.

Share