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Luxusartikel-Konzern steigt bei Puma aus

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Kering will 16 Prozent der deutschen Sportmarke behalten

Elf Jahre, nachdem der damals noch als PPR firmierende Pariser Luxusgüterkonzern Kering die Mehrheit bei Puma übernahm, zieht sich das Unternehmen weitgehend vom zweitgrößten deutschen Sportartikelhersteller zurück. Deswegen war Puma in den SDax abgestiegen, obwohl das Unternehmen einen Börsenwert von 5,3 Mrd. Nach Bekanntwerden des Rückzuges von Kering sackte die Puma-Aktie ab.

MünchenIn zwei Monaten wird Puma 70 Jahre alt, da wird kräftig gefeiert.

Kering war vor gut zehn Jahren bei Puma eingestiegen. Dank florierender Geschäfte, insbesondere im stärksten Segment Schuhe, präsentiert er sich in deutlich besserer Verfassung, nachdem er jahrelang Marktanteile an die deutlich größeren Konkurrenten Nike und Adidas abgeben musste. Die Hoffnung auf Synergieeffekte mit Gucci oder Saint Laurent hatte sich aber nie erfüllt. Damit würde Artémis ein "langfristiger strategischer Aktionär" bei Puma, hieß es.

Beide Seiten bekräftigten, auch künftig wollten sie starke Partner sein, was immer das auch heißen soll. Immer wieder wurde gestreut, dass etwa ein Konsortium aus Singapur Puma kaufen könnte, hinter denen Chinesen vermutet wurden. In den USA ist die Marke wieder in Mode - dank Markenbotschaftern wie Rihanna und dem Sprinter Usain Bolt. In den ersten neun Monaten 2017 ist der Umsatz um gut 16 Prozent in die Höhe geschossen. Der Sportartikelhersteller machte 2016 einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro und beschäftigt mehr als 13.000 Mitarbeiter weltweit. Genaue Zahlen will Puma am 12. Februar nennen. Einerseits war Puma all die Jahre nicht annähernd so profitabel wie die Edel-Labels der Firma aus Paris. Kering-Chef Francois-Henri Pinault bezeichnete die Abspaltung als "wichtigen Meilenstein" in der wechselvollen Firmengeschichte seines Unternehmens. "Kering würde sich dann ganz der Entwicklung der Luxury Houses widmen". Die Kering-Aktionäre sollen bei der Hauptversammlung am 26. April über den Vorschlag abstimmen. Die Zukunft der anderen Sportmode-Marken von Kering wie Volcom ist offen, wie Finanzchef Jean-Marc Duplaix sagte. Die Hoffnung auf ein lukratives Übernahmeangebot ist mit der Abspaltung zunächst zerstoben.

Schon seit Jahren wird über einen Ausstieg der Franzosen bei der fränkischen Sportmarke und über einen Verkauf spekuliert. Der Streubesitz bei Puma wird durch die Ausschüttung auf rund 55 Prozent steigen. Damit ist Puma an der Börse wieder so viel wert wie die Franzosen gezahlt hatten.

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