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Afrikanische Schweinepest: Bauernverband befürchtet Milliardenschäden

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Mehr Wildschweinen geht es in Deutschland an den Kragen

Zur Vorbeugung gegen die Schweinepest fordert der Bauernverband jetzt den Abschuss von 70 Prozent der Wildschweine in Deutschland. Es gibt keinen Impfstoff gegen die Seuche. Seit Monaten fürchten Bauern und Jäger, dass die Seuche, die in Osteuropa bereits ausgebrochen ist, auch nach Norddeutschland kommen könnte. Sie befällt ausschließlich Wild- und Hausschweine. Für Menschen ist sie nicht ansteckend.

Nein. Das Virus ist für den Menschen ungefährlich.

Die Afrikanische Schweinepest könnte auch Tiere in Deutschland bedrohen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hatte in seiner Bewertung zur Verringerung des Risikos einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest empfohlen, die Wildschweinbestände drastisch zu reduzieren. Diese Pest sei sehr viel aggressiver als die europäische Schweinepest und rücke näher an Deutschland heran. Das, so das Ministerium, "würde neben den Auswirkungen für die Tiere auch schwere wirtschaftliche Folgen mit sich bringen". Vielen Betrieben drohe das Aus. Diese Zahl werde man in diesem Jahr übertreffen. Sobald in einem Betrieb die Infektion mit dem Virus festgestellt werde, müssten unmittelbar alle Schweine getötet und entsorgt werden. Das Virus könne direkt von Schwein zu Schwein über Körperflüssigkeiten, insbesondere Blut, oder indirekt über vom Schwein stammende Lebensmittel oder kontaminierte Gegenstände, die mit dem ASP-Virus kontaminiert sind, übertragen und damit weiterverbreitet werden, schreibt das Ministerium. Die stärkere Kontrolle der Grenzen, die sie deshalb fordern, wird auch von Bauernvertretern befürwortet. In Mecklenburg-Vorpommern, wo ein Jäger pro Wildschweinen 25 Euro bekommt, hat man dafür zwei Millionen Euro reserviert, in Bayern 1,5 Millionen und in Niedersachsen (wo zusätzlich die Schonzeit aufgehoben wurde) 3,5 Millionen. 2016 seien über 800.000 Tonnen Schweinefleisch- und Nebenprodukte exportiert worden. Zu den Präventionsmaßnahmen zählte er unter anderem wildsichere Müllbehälter an allen Autobahnen, Bundes- und Landstraßen und Rastplätzen, die regelmäßig geleert werden. Wegen der Krankheit, die in Polen und Tschechien kursiert und auf Deutschland überzugreifen droht, appellierte der Verband an Jäger, vor allem junge Wildschweine zu erlegen. Auch in den Staats- und Bundesforsten muss ein Umdenken stattfinden, in welchen teilweise monatelange Jagdruhen bestehen, die dem Schwarzwild Rückzugsgebiete bieten. "Der Zipfel einer infizierten Wurst aus Osteuropa reicht aus, um Tiere anzustecken".

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