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Medizin

Bericht: Zahl der Organspender in Deutschland geht deutlich zurück

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Die Zahl der Spender, denen tatsächlich Organe entnommen wurden, lag demnach bei 9,3 pro Million Einwohner und

Die Zahl der Organspender in Brandenburg ist in den vergangenen knapp zehn Jahren um die Hälfte zurückgegangen. Selbst der historische Spenden-Tiefstand von 2016 wurde noch einmal um rund acht Prozent unterboten, berichtet die 'Süddeutsche Zeitung'. Dies ist nach Angaben der Deutschen Stiftung Organspende (DSO) der niedrigste Stand seit 2008, als in Brandenburg 36 Organspender registriert waren.

Die Zahl der Spender, denen tatsächlich Organe entnommen wurden, lag demnach im Schnitt bei 9,3 pro eine Million Einwohner. Sie gilt international als Voraussetzung für ein ernstzunehmendes Organspendesystem.

Mit dem neuen Niedrigststand gehört Deutschland laut "SZ" endgültig zu den europäischen Ländern mit dem geringsten Aufkommen an hirntoten Organspendern. Die Zahl der transplantierten Organe von hirntoten Spendern fiel auf nur noch 2664, im Vorjahr waren es noch 2927. Auch die Zahl der Lebendspenden sank von 659 im Jahr 2016 auf 620 im Jahr 2017. "Damit lassen die Parteien die rund 10 000 Menschen auf der Warteliste für ein Organ allein".

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz beklagt das fehlende Interesse der Regierungsparteien an der Transplantationsmedizin. "Diese Dramatik kommt in den Sondierungsgesprächen für eine Neuauflage der Großen Koalition mit keinem Wort vor", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der SZ. Nur in Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Albanien gibt es noch weniger Spender. Brysch forderte, den Spendermangel zu einem Thema bei den Koalitionsverhandlungen zu machen. Zum Vergleich: Mit 46,9 Spendern ist Spanien bei Spenden und Transplantationen weltweit führend. Deutsche Patienten sind deshalb häufig auf Organspenden aus dem Ausland angewiesen. Ohne diese sähe es für die hiesigen Patienten noch schlechter aus.

Am kommenden Montag will auch die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ihre Statistiken offiziell vorstellen und hatte bereits angekündigt, mit einem Minus von mehr als 1.500 Organen gegenüber 2010 zu rechnen.

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