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Justiz: Prozess um islamistischen Messerangriff von Hamburg-Barmbek begonnen

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In diesem Supermarkt tötete Ahmad A. einen Mann und verletzte sechs weitere

Am Freitag lässt der 26-jährige abgelehnte Asylbewerber zu Beginn des Mordprozesses gegen ihn ein Geständnis verlesen. Ihm wird Mord in einem sowie versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung in sechs weiteren Fällen vorgeworfen. "Herr A. erklärt, dass er die Verantwortung für die von ihm begangenen schwersten Straftaten übernimmt", sagte Verteidiger Christoph Burchard am Freitag vor dem Hamburger Oberlandesgericht.

"Die Tat hatte aus seiner Sicht einen religiösen Hintergrund, der zum Zeitpunkt der Tat für ihn eine grundsätzliche Bedeutung hatte", sagte Burchard weiter. Die Ankläger sprechen von Heimtücke und niederen Beweggründen. Bei seiner ersten Vernehmung nach der Tat hatte er laut Bundesanwaltschaft noch erklärt, er sei Terrorist.

Dafür beantwortete er Fragen zu seinem Lebenslauf.

In seiner Flüchtlingsunterkunft hatten Ermittler eine selbstgebastelte Fahne des Islamischen Staats gefunden - dieser hat sich aber bis heute nicht zur Attacke in Barmbek bekannt. Deshalb könne sich der Angeklagte auch nicht an Einzelheiten der Tat erinnern und werde dazu nichts sagen. Auf der Strasse verletzte Ahmad A. noch weitere fünf Menschen, bis er schließlich von Passanten überwältigt wurde.

Die Bundesanwaltschaft ist überzeugt, dass der Angeklagte in der Edeka-Filiale und auf der Einkaufsstraße "Fuhle" deutsche Staatsangehörige christlichen Glaubens ermorden wollte. Ahmad A.s Anwalt dazu: "Er fällte diesen Entschluss als Beitrag für den weltweiten Dschihad".

Angaben macht Ahmad A.im Prozess aber zu seiner Biografie. Seine Mutter sei Lehrerin. Später lebte er in Gaza. Demnach hatte er angefangen, Zahnmedizin zu studieren, aber dann abgebrochen. Doch seine Erwartungen wurden seiner Aussage nach enttäuscht: "Ich hatte den Eindruck, dass ich nicht willkommen bin", berichtet er. Viel mehr ist dem Angeklagten vorerst nicht zu entlocken.

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