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Mehrheit der Bürger sehen Union als Schutzschirm gegen Globalisierungsfolgen

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                          Auch bei Globalisierungsgegnern sind die EU-Unterstützer in der Mehrheit. – REUTERS  Phil Noble

Eine vertiefte europäische Zusammenarbeit wird der Studie zufolge von einer Mehrheit der Anhänger von Mitte-rechts bis zu Links-Parteien befürwortet. "Das ist ein Erfolg Europas", sagte Aart De Geus, der Chef der Stiftung. Hierzulande sprechen sich 59 Prozent der AfD-Anhänger gegen eine stärkere EU aus.

Hinsichtlich der Rolle der Europäischen Union zeigt sich europaweit ein klarer Trend: "Wenn es um Gestaltung globaler politischer Herausforderungen und Steuerung internationaler Prozesse wie der Globalisierung geht, sieht eine deutliche Mehrheit der Bürger die Europäische Integration als Teil der Lösung", so Isabell Hoffmann, Studienautorin und Europaexpertin der Bertelsmann Stiftung.

Allerdings gebe es bei der Einstellung zur Globalisierung einen deutlichen Unterschied zwischen der allgemeinen und der persönlichen Wahrnehmung, erklärte die Stiftung.

Nur die Wähler rechter und rechtspopulistischer Parteien lehnten meist jede Art der politischen und wirtschaftlichen Öffnung ab: Sowohl die Globalisierung als auch die EU.

Eine uneinheitliche Meinung haben die EU-Bürger zum Thema Globalisierung. Während fast die Hälfte (44 Prozent) der EU-Bürger die Globalisierung als Bedrohung empfindet, geben sie gleichzeitig mehrheitlich an, hinsichtlich der Verfügbarkeit preiswerter Waren und Dienstleistungen persönlich "eher gute" oder "gute" Erfahrungen mit der Globalisierung gemacht zu haben (66 Prozent). Zudem scheine bei der FDP das Europa-Bekenntnis zu wackeln, heißt es von den Autoren der repräsentativen Studie. In Frankreich etwa sind lediglich die Anhänger der rechtsextremen Partei Front National mehrheitlich gegen mehr EU-Integration (64 Prozent). Das ist nach der AfD der niedrigste Wert in Deutschland. In Polen will die Mehrheit der Sympathisanten der rechtspopulistischen Oppositionspartei Kukiz'15 weniger europäische Zusammenarbeit. Dabei kann die EU nach Ansicht etlicher Skeptiker eine Schutzrolle spielen: In dieser Gruppe wünscht sich eine relative Mehrheit mehr EU-Vertiefung (45 Prozent), vor allem bei Fragen der Sicherheit und der Migration. Jeder vierte Europäer (25 Prozent) ist dafür, dass der Kampf gegen den Terrorismus in der EU haben sollte. Zunehmend skeptisch werde die EU unter FDP-Anhängern bewertet.

Mehr als die Hälfte der EU-Bürger wünscht sich einer Umfrage zufolge mehr europäische Integration - unabhängig davon, ob sie Globalisierung positiv oder negativ sieht.

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