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Medizin

Für umfassenden Schutz müssen Patienten bezahlen

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Wie sieht die aktuelle Grippelage in Deutschland aus? Herrscht offiziell eine „Grippewelle

Vor einer Grippesaison ist schwer abzuschätzen, welche Viren unterwegs sein werden. Nur dieser Impfstoff wirkt nämlich auch gegen die derzeit stark kursierenden B-Viren vom Typ Yamagata. "Zwischen der Empfehlung der WHO für die Impfstoffzusammensetzung und der tatsächlichen Grippewelle liegt fast ein Jahr, und so kann es vorkommen, dass die Viren nicht mehr zu der vorgeschlagenen Impfstoffkomponente passen". Eine RKI-Sprecherin zum EXPRESS:"Wir stehen ganz am Anfang der Grippewelle, und im Moment ist es so, dass in Deutschland am häufigsten ganz bestimmte Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie zirkulieren, die aber im Dreifach-Impfstoff nicht enthalten sind".

Bei Menschen, die sich noch nicht gegen die Grippe haben impfen lassen, macht das Immunisieren mit dem Vierfachimpfstoff laut RKI jetzt noch Sinn. Der Erreger vom Subtyp Influenza A/H3N2, der in den USA und Australien die meisten Krankheitsfälle verursachte, ist der unangenehmste unter den saisonalen Grippestämmen. Die Entscheidung ist laut RKI aber noch so jung, dass noch nicht klar ist, ob die Krankenkassen die Kosten für diese Impfung übernehmen. Glasmacher empfiehlt aber, das mit der Kasse vorab zu klären.

Wer jetzt noch gar nicht geimpft ist und zu einer Risikogruppe gehört, sollte das schleunigst nachholen - der Schutz greift erst nach zwei Wochen komplett.

Kann man sich denn nachimpfen lassen, wenn man nur den Dreifachschutz hat?

Ist denn auch ein besserer Impfstoff verfügbar?

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland erstatten bislang meist nur den preiswerteren Dreifach-Impfstoff.

Von der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird die jährliche Grippeimpfung für folgende Personengruppen empfohlen: Alle Menschen die älter sind als 60 Jahre; Menschen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung, wie z.B. chronisch Kranke, Menschen mit Diabetes mellitus, Immungeschwächte; Bewohner von Alten- oder Pflegeeinrichtungen; Alle gesunden Schwangeren im zweiten Trimenon und solche mit einer chronischen Grundkrankheit im ersten Trimenon; Personen mit erhöhter beruflicher Gefährdung, z.B. medizinisches Personal; Menschen, die als Infektionsquelle für andere Risikopersonen in Frage kommen. Aber die Dreifachimpfung bekämpft die aktuellen Grippeviren offenbar nicht effektiv genug. Das letzte Wort wird in Kürze der Gemeinsame Bundesausschuss sprechen.

Weil er einfach ein ganzes Stück teurer ist als die Dreifachimpfung. Influenza-A (H3N2)-Viren wurden in Deutschland bisher nur in elf Prozent der Fälle nachgewiesen.

Nein. "Die Impfung schützt ja immer noch vor allem gegen die A-Viren, die in dieser Saison noch verstärkt auftauchen können", sagt Marieke Degen. Eine Impfung sei aber auch noch im Laufe der Grippewelle möglich und sinnvoll. Mehr als 50000 Operationen seien abgesagt oder verschoben worden, damit sich Krankenhäuser um die Grippe-Patienten kümmern können, heißt es. Die Australische Grippe, das gefürchtete H3N2, sei bisher nur vereinzelt aufgetaucht. Es sollten eigentlich laut Rat der Mediziner viel mehr Menschen sein. In Großbritannien warnen die Medien vor "Aussie Flu", der "Australischen Grippe", durch die das Gesundheitssystem nun endgültig zusammenbrechen werde.

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