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Medizin

Marcel-Heße-Prozess: Heute fällt das Urteil vor dem Landgericht Bochum

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Landgericht in Bochum auf der Anklagebank. Der mutmaßliche Doppelmörder Marcel H. aus Herne soll den Hinterbliebenen seiner Opfer mindestens 200 000 Euro Schmerzensgeld

Im Alter von 19 Jahren ermordete Marcel H.im März 2017 den neunjährigen Nachbarsjungen Jaden, wie er vor Gericht zugab.

Die Staatsanwaltschaft sprach im Plädoyer von "schrecklichen Taten" und einer "grundlosen Ermordung von zwei völlig unschuldigen, jungen Menschen". Der heute 20-jährige Marcel H. habe nach den Morden selbst die Öffentlichkeit gesucht und sich durch die Veröffentlichung von Bildern der Leichen in "menschenverachtender Weise" über die Opfer ausgelassen.

Nur Vermutungen gibt es zum Motiv.

Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben, Macht- und Größenwahnfantasien sowie "Befriedigung des eigenen Sadismus und Angeberei" kämen laut Staatsanwaltschaft in Betracht. Danach ist der Täter geflüchtet und hat Fotos von den Opfern ins Internet gestellt.

Im Prozess um den Doppelmord von Herne hat das Landgericht Bochum den Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt und eine besondere Schwere der Schuld festgestellt. Bei seiner Festnahme weist Marcel H. auf ein Feuer in einer Wohnung hin - dort finden die Polizisten die Leiche eines 22-Jährigen.

Marcel H. hatte bereits zu Prozessbeginn über seinen Verteidiger gestanden, den Nachbarsjungen und seinen Ex-Schulfreund umgebracht zu haben. Während des Prozesses hatte er geschwiegen und keinerlei Regung gezeigt. Diese hatte in ihrem Plädoyer in der vergangenen Woche lebenslange Haft und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verlangt. Somit ist ausgeschlossen, dass er nach 15 Jahren freikommt.

Davon unabhängig ist die sogenannte Sicherungsverwahrung. Die Bedingungen müssen deutlich besser sein als im Strafvollzug, zudem muss es ein größeres Therapieangebot und Betreuung geben. Die Gerichtsmediziner zählten am Körper des 22-Jährigen später 68 Stichwunden.

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