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Tote bei Luftangriffen in Syrien - UN wegen Eskalation alarmiert

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AP	    twa 200.000 Menschen seien inzwischen wegen der Gewalt geflohen

Bei Luftangriffen auf ein syrisches Rebellengebiet sollen Dutzende Zivilisten getötet worden sein.

Fünf Zivilisten seien am Sonntag ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem Hubschrauber der Regierung von Machthaber Bashar al-Assad mehrere Viertel der Stadt Sarakeb angegriffen hätten, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Das lokale Ghuta-Medienzentrum meldete sogar 50 Tote und mehr als 250 Verletzte.

Die Menschenrechtsbeobachter erklärten, Jets der syrischen Luftwaffe hätten mehrere Orte in der von Regierungstruppen eingeschlossenen Region Ost-Ghouta nahe Damaskus bombardiert.

Die US-Botschafterin bei der UNO, Nikki Haley, sagte in New York, es gebe "offensichtliche Beweise von Dutzenden Opfern", dass bei Angriffen in Ost-Ghuta Chlorgas eingesetzt worden sei. Bereits am Montag waren den Aktivisten zufolge dort bei Bombardierungen mehr als 30 Zivilisten gestorben.

Auch in der von Regierungsgegnern kontrollierten Provinz Idlib im Nordwesten des Landes flogen syrische und russische Kampfflugzeuge in den vergangenen Tagen verstärkt Luftangriffe.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Syrian Observatory for Human Rights, SOHR) sitzt in Großbritannien und will Menschenrechtsverletzungen in Syrien dokumentieren. Wegen der anhaltenden Kämpfe könnten keine Hilfslieferungen in das Gebiet gebracht werden.

Die UN-Untersuchungskommission zu Syrien warnte, die Deeskalationszonen in Idlib und Ost-Ghuta würden zur "Farce".

Ost-Ghouta nahe Damaskus und die Provinz Idlib im Nordwesten Syriens gehören zu den letzten Gebieten Syriens unter Rebellenkontrolle. Insgesamt wurden auf Vermittlung von Russland, der Türkei und dem Iran vier Deeskalationszonen in Syrien eingerichtet, in denen regionale Waffenruhe gelten sollen.

In den vergangenen Tagen wurden zudem aus Ost-Ghuta und Idlib Hinweise auf den Einsatz von Chlorgas gemeldet. Diese Hinweise würden nun überprüft.

Syrien war nach einem Giftgasangriff 2013 unter starkem internationalem Druck der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) beigetreten und hatte der Vernichtung seiner Chemiewaffen zugestimmt. Auch eine neue Initiative der USA, einen mutmaßlichen Chlorgasangriff in Duma zu verurteilen, wurde am Montag von Russland blockiert. In den vergangenen Wochen war die Gewalt dort eskaliert. UNO-Vertreter erklärten, in Ost-Ghuta spiele sich eine humanitäre Katastrophe ab. Laut UNO sind etwa 400.000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten.

Diese Nachricht wurde am 06.02.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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