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Kopf des Neonazi-Portals "Altermedia" muss ins Gefängnis

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Der Macher der Seite wurde unter anderem wegen Rädelsführerschaft in einer kriminellen Vereinigung und Volksverhetzung verurteilt. Quelle dpa

Zwei Jahre nach dem Verbot und der Abschaltung des Neonazi-Internetportals "Altermedia" ist ein Macher und Kopf der Seite am Donnerstag zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Der 28-jährige Ralph-Thomas K. habe sich der Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Rädelsführerschaft und Verbreitung volksverhetzender Äußerungen schuldig gemacht, heißt es Gerichtsangaben zufolge in dem Urteil. Über Jahre sei er ein Kopf der rechtsextremistischen Plattform "Altermedia" gewesen.

Bis zur Abschaltung durch das Bundesinnenministerium war "Altermedia" aus Sicht des Generalbundesanwalts das führende rechtsextremistische Internetportal im deutschsprachigen Raum. Die Bundesanwaltschaft hatte dreieinhalb Jahre Haft gefordert. Mitangeklagt waren drei Frauen, die zu Bewährungsstrafen zwischen acht Monaten und zwei Jahren verurteilt wurden. Dort sei massenhaft rechtsextremes und nationalsozialistisches Gedankengut verbreitet worden, unter anderem Hetze gegen Ausländer, Flüchtlinge und Juden, Nazi-Parolen und Holocaust-Leugnungen. Die Angeschuldigten hätten so "eine ideologisch geprägte Berichterstattung und damit eine rechtsextremistische Gegenöffentlichkeit schaffen "wollen".

Beim Gerichtsprozess ging es etwa um 30 besonders heftige Beschimpfungen, etliche Vergleiche mit Ungeziefer, Morddrohungen und Verleumdungen.

Der rechtsextremistische Informatiker aus Baden-Württemberg fungierte seit 2012 als Administrator des Portals. Ab Oktober 2012 wurde "Altermedia Deutschland "dann von Servern eines russischen Unternehmens in Moskau betrieben".

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