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Sie stach sich ihre Augen im Drogenrausch aus

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Kaylee hat ihr Augenlicht verloren

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich bis ins Gehirn gegriffen hätte, wenn der Pastor mich nicht schreien gehört hätte. Schuld ist ihre Drogensucht. Ein Schicksalsschlag, den die damals 19-Jährige mit Drogen, Alkohol und Beruhigungstabletten zu überleben versucht.

Die 20-jährige Kaylee Muthard hat sich im Drogenrausch selbst die Augen ausgekratzt.

Diese traurige Geschichte zeigt, wie Drogen ein junges Leben zerstören können. Nach dieser schrecklichen Zeit will sie jetzt wieder an ihrem Berufstraum arbeiten: Sie will Meeresbiologin werden. Die junge Frau riss sich ihre eigenen Augen aus. Wegen Herzproblemen verpasste sie dann jedoch zahlreiche Unterrichtsstunden. Als ihre Noten immer schlechter wurden, fing sie an, aus Frust zu trinken und zu kiffen.

Ihre Familie sammelt derzeit Spenden für einen Blindenhund. "Ich googlete die Symptome, taube Lippen und das Gefühl, als ob ich über der Erde schweben würde". Heute glaubt sie zu wissen, dass das Marihuana wohl mit Crystal Meth oder Kokain gestreckt war.

In der "Cosmopolitan" erklärt die einstige Einser-Schülerin, wie sie zur Drogen-Abhängigen wurde: Die gläubige Christin träumte davon Meeresbiologin zu werden. Wenn sie high war, begann sie in der Bibel zu lesen.

Als anschließend auch ihr Freund nach zwei Jahren Beziehung mit ihr Schluss machte, war das zu viel für die Schülerin.

"Ende August beschloss ich mit einem anderen Bekannten, Meth zum ersten Mal zu rauchen". Sie halluzinierte, war stundenlang wach und zerkratzte sich das Gesicht, weil sie glaubte, dass ihr Gesicht voller Pickel sei. "Eine Stunde lang kratzte ich mein Gesicht auf bis es blutig war". Kaylee lernt aber mittlerweile damit zu leben, dass sie für immer blind sein wird. Sie griff dann zu Crystal Meth.

"Ich stand vor einer Kirche und hatte den Gedanken, dass ich die Welt nur retten könnte, wenn ich ein großes Opfer bringe", schreibt sie. "Ich erinnerte mich, wie ich mich gefühlt hatte als ich das gestreckte Gras geraucht hatte und wollte dieses Gefühl wieder haben", schreibt sie.

"Weil ich nicht mehr sehen konnte, weiß ich nicht, ob Blut da war".

"Also schob ich meinen Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger in jedes Auge". Es strengte mich immens an, es war das Schwerste, das ich jemals getan habe. Ich bin sicher, die Drogen haben den Schmerz betäubt. Der Pastor der Kirche hörte sie schreien: "Ich will das Licht sehen". "Er sagte später, als er mich fand, hätte ich meine Augäpfel in der Hand gehabt und sie zerdrückt – irgendwie seien sie aber noch mit meinem Kopf verbunden gewesen".

Eine Woche musste Kaylee nach dem Vorfall im Krankenhaus verbringen. Später wurde sie stationär psychiatrisch betreut. Dort diagnostizierten die Ärzte eine Bipolare Störung.

Die 20-Jährige wurde umgehend in ein Spital gebracht und notoperiert - zu spät. "Natürlich gibt es Zeiten, in denen mich die Situation fertig macht, besonders, wenn ich nachts nicht schlafen kann. Ich bin lieber blind als drogenabhängig". Aber ehrlich gesagt bin ich jetzt glücklicher als je zuvor.

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