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Demokrat Lamb erklärt sich zum Sieger [0:56]

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Jeff Swensen via Getty Images                   Rick Saccone und Donald Trump

Bei der Kongress-Nachwahl im US-Bundesstaat Pennsylvania hat sich der Demokrat Conor Lamb CNN zufolge nach einem äußerst knappen Rennen zum Wahlsieger erklärt. Und während sich die Republikaner an die interne Kür des Nachfolgers machten, trat bei den Demokraten ein junger, unbekannter Mann auf den Plan, der jetzt der Albtraum der Konkurrenz ist. In vielen Wahlbezirken steht die Basis der Demokraten jedoch zu links, als dass ein Parteimitglied der Mitte - oder rechts davon -, in einer Primärwahl gewinnen könnte. Conor Lamb hat inzwischen in allen Umfragen Chancen, den republikanischen Kandidaten Rick Saccone zu schlagen.

Unter normalen Umständen würde sich niemand außerhalb von Pennsylvania für die Wahl an diesem Dienstag interessieren.

Die Nachwahl war notwendig geworden, weil der langjährige Abgeordnete des Wahlkreises, Tim Murphy, einer Geliebten zur Abtreibung riet, obwohl er als konservativer Republikaner stets gegen Abtreibung aufgetreten war.

Bei den Republikanern hat deshalb Panik eingesetzt. Wichtiger ist für beide Parteien aber die kurzfristige Sicht, die Symbolik: Ein Triumph muss her, um jeden Preis. Spenden von demokratischen Organisationen in Washington hat er abgelehnt, und die einzige Parteigrösse, die Lamb für sich werben liess, ist der ehemalige Vizepräsident Joe Biden. Er entspricht in vielem nicht dem, was sich Demokraten im übrigen Amerika vorstellen, wenn sie vor den nationalen Zwischenwahlen im Herbst vom triumphalen linken Comeback träumen. Nach der Auszählung aller Stimmabgaben im 18.

Der letzte Satz ist wichtig im Südwesten Pennsylvanias, wo der jährliche Start der Jagdsaison ein Feiertag ist. Als die Demokraten nach dem Amoklauf an einer Schule in Florida im ganzen Land nach schärferen Waffengesetzen riefen, gab sich Lamb zurückhaltend. Er lehnt sie ab, auch wenn er sagt, dass er die geltenden Gesetze nicht verschärfen wolle. Die Strafzölle auf importierten Stahl, die Trump eingeführt hat, unterstützt Lamb ebenfalls. Überhaupt verzichtet Lamb weitgehend darauf, Trump anzugreifen. Lamb hatte sich angesichts der breiten konservativen Basis in dem Wahlbezirk auch von Nancy Pelosi distanziert, der demokratischen Minderheitsführerin im Repräsentantenhaus. Die Kombination aus Lambs Profil und seiner Haltung zur Partei mache die Wahl landesweit interessant, sagt Terry Madonna, Politikwissenschaftler in Pennsylvania.

Die Kandidatur von Lamb ist unter Demokraten nur bedingt als ein taugliches Muster für die Wahl im November zu betrachten. Trump hatte den Bezirk mit 20 Prozentpunkten Vorsprung auf Hillary Clinton gewonnen. Ob das nützt oder schadet, ist offen: Trumps Beliebtheitswerte sehen auch in Pennsylvania nicht sehr gut aus.

Während der Demokrat seine Kampagne mit lokalen Themen führt, macht sein Rivale das Gegenteil. Deshalb begrüßt Saccone die Importzölle auf Stahl, überhaupt alles, was der Präsident sagt und tut.

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