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Österreichs Vizekanzler entschuldigt sich bei Fernsehmoderator

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Strache vs. Wolf Zehn Tage lang Entschuldigung auf Facebook

Strache wird sich demnach per Inserat in der "Kronen Zeitung" sowie zehn Tage lang auf seinem Facebook-Profil für den Vorwurf der Lüge entschuldigen, schrieb Wolf am Dienstag in seinem Blog. Per Facebook und Krone wird sich Strache entschuldigen, und zwar "bei Armin Wolf und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des ORF für diese unzutreffende Aussage".

"Es gibt einen Ort, wo Lügen und Fake News zu Nachrichten werden", hatte Strache in dem Beitrag Mitte Februar geschrieben und ein Foto von Wolf im ZiB-Studio hinzugefügt. Auf seiner Facebook-Chronik wird der Entschuldigungstext zehn Tage lang angepinnt bleiben.

Armin Wolf ließ es sich nicht nehmen, in seinem Text auf ein kürzlich erschienenes Interview von Strache im Gratisblatt "Österreich" hinzuweisen. Strache bezeichnete das Posting als Satire. Strache entschuldigt sich bei Wolf, dieser zieht im Gegenzug seine Klage wegen Kreditschädigung, Ehrenbeleidigung und übler Nachrede zurück. "Das sind der ORF und das Facebook Profil von Armin Wolf", hieß es da vor einem Foto von Wolf im Studio der Nachrichtensendung "Zeit im Bild". Weiter heißt es in Straches Entschuldigung: "Ausdrücklich halte ich fest, dass ich Dr. Armin Wolf stets als höchst korrekten und professionellen Journalisten erlebt habe" und seine Aussage als "unwahr" zurückziehe. Wolf bezeichnete die Einigung als "sinnvoller als ein möglicherweise jahrelanger Rechtsstreit durch mehrere Instanzen". Auch der ORF hatte wegen des Postings gegen Strache geklagt. Diese will Wolf dem Dokumentationsarchiv für den Österreichischen Widerstand, der wichtisten Forschungseinrichtung für Rechtsextremismus in Österreich, spenden. Strache zahle außerdem neben den Verfahrenskosten eine 10.000-Euro-Entschädigung. Derzeit "laufen Vergleichsgespräche zwischen den Anwälten", erklärte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz gegenüber der APA.

Straches Versuch, "den persönlichen Ruf von Journalisten zu beschädigen und deren Glaubwürdigkeit zu untergraben, verstehen wir als einen Angriff auf einen der wichtigsten Grundwerte demokratischer Ordnung, die Pressefreiheit", so die Unterzeichner, zu denen die Journalisten Claus Kleber und Frank Plasberg, die Moderatorinnen Marietta Slomka, Petra Gerster und Maybrit Illner sowie der Intendant der Berliner Staatsoper Jürgen Flimm zählen.

Ist das jetzt Einsicht bei FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache oder hat er bemerkt, dass er in dieser Sache nur der Verlierer sein kann? Von Facebook will man die netzwerkweite Löschung des Sujets, da ein Löschungsantrag erfolglos geblieben war.

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