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Medizin

Zuckersteuer in Großbritannien zeigt Wirkung

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Drei Gläser gefüllt mit roter Limonade Cola und Energy Drink stehen

Hersteller und Händler haben darauf reagiert: So haben unter anderem Marktführer Coca-Cola, Britvic, Lucozade Ribena Suntory, die Handelsunternehmen Tesco und Lidl sowie mehrere kleinere Unternehmen den Zuckergehalt ihrer Getränke vorab gesenkt. Auch der Konzern Britvic, Branchenzweiter in Großbritannien, und weitere Hersteller wurden aktiv. Großbritannien reiht sich neben Irland, Portugal, Estland, Belgien, Norwegen, Mexiko, Südafrika und Frankreich in die immer länger werdende Liste von Ländern ein, die mit steuerlichen Anreizen aktiv gegen Fehlernährung, Fettleibigkeit und Diabetes vorgehen.

In Deutschland enthalten Fanta und Sprite aktuell mehr als 9 Gramm Zucker.

Im März 2016 wurde in Großbritannien die Einführung einer sogenannten Zuckersteuer angekündigt - diese wird am 6. April in Kraft treten. Foodwatch kritisierte allerdings, dass viele Hersteller den Zucker durch Süßstoffe ersetzten. Dabei sollten Rezepturänderungen vielmehr darauf abzielen, den Süßgeschmack zu verringern, damit sich besonders junge Menschen nicht daran gewöhnten.

"Das Beispiel Großbritannien zeigt: Herstellerabgaben auf Zuckergetränke entfalten eine deutliche Lenkungswirkung und können zu einer drastischen Zuckerreduktion führen", sagt Luise Molling von Foodwatch. Die Abgabe sollte zudem auch Süßstoffe umfassen. Stark zuckerhaltige Getränke förderten nachweislich die Entstehung von Übergewicht und Typ-2-Diabetes, während der Konsum von Obst und Gemüse Krankheiten vorbeugen kann. Nach Auskunft des Bündnisses DANK werden umgerechnet 20 Cent pro Liter fällig, wenn das Getränk 5 Gramm Zucker oder mehr enthält, ab 8 Gramm sind es umgerechnet 32 Cent. "Und das gilt nicht nur für Softdrinks", sagt Kinder-und Jugendarzt Burkhard Rodeck, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Er sieht die Politik gefordert. Eine Maßnahme, die nicht ganz wirkungslos war.

Die Experten fordern, in Deutschland den Mehrwertsteuersatz für Softdrinks von derzeit 19 Prozent auf 29 Prozent anzuheben. Im Gegenzug sollten dafür Obst und Gemüse (heute 7 Prozent) gänzlich von der Mehrwertsteuer befreit werden. Doch in Deutschland scheitern diese laut DANK vor allem am Lobbyismus der Lebensmittelindustrie.

In Großbritannien ist die Steuer Teil eines Programms zum Kampf gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen.

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