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Medizin

Krankenkassen zahlen künftig neue vierfache Grippe-Impfung

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Ein Arzt impft eine Person gegen Grippe

In Kraft treten kann der Beschluss des G-BA allerdings erst nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit in zwei Monaten, wie das Gremium auf Anfrage mitteilte.

Die Grippeschutzimpfung wird in Deutschland ab der kommenden Saison mit einem Vierfachimpfstoff erfolgen.

Schutzimpfungen gegen die saisonale Grippe gehören seit 2007 zum verpflichtenden Leistungskatalog gesetzlicher Kassen.

Auch Tobias Welte, Direktor der Klinik für Pneumologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, begrüßte die Entscheidung. Das hat die Selbstverwaltung der Ärzte, Kassen und Krankenhäuser, der Gemeinsame Bundesausschuss, am Donnerstag entschieden. Der Vierfachimpfstoff sei der breiteste verfügbare Grippeimpfstoff, der beide bekannten Influenza-B-Varianten einschließe, sagte er der Zeitung. In dem Dreifach-Impfstoff, den die gesetzlichen Krankenkassen bisher regulär zahlen, ist er aber nicht enthalten.

Das sind unter anderem alle ab 60-Jährigen, viele chronisch Kranke und Schwangere (ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel). "Und dann werden wir wieder Stimmen hören, die sagen, dass der Dreifach-Impfstoff es auch getan hätte", sagt Welte. Wahrscheinlich stimme das sogar, sei aber eben nicht vorauszusagen.

Umgesetzt wird damit eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Instituts (RKI). Die Experten hatten die Wirksamkeit von Drei- und Vierfachimpfungen analysiert und waren zu dem Schluss gekommen, dass Letztere bis zu 388.000 Arztbesuche und bis zu 1800 Krankenhauseinweisungen während einer Grippesaison verhindern könnte. Ab diesem Herbst solle ein Vierfach-Impfstoff mit der jeweils aktuellen Antigenkombination verwandt werde, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfehle. Bislang gab es für diese keine verbindliche Regelung, ob sie einen Dreifach- oder einen Vierfachwirkstoff gegen die saisonale Grippe bezahlen. Insgesamt wurden dem Robert-Koch-Institut in der Saison 2017/18 bisher 313 933 Influenzainfektionen gemeldet. Bei 813 Todesfällen war ein Virus-Typ B im Spiel, dessen Variante aus der Yamagata Linie von dem Dreifachimpfstoff, den die gesetzlichen Krankenkassen erstatten, nicht ausreichend abgedeckt wird.

Die Influenza-Aktivität war in der 13.Kalenderwoche zwar noch erhöht, der Höhepunkt der Grippewelle ist aber seit einigen Wochen überschritten. Bei allen Angaben gibt es eine hohe Dunkelziffer.

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