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Medizin

Weniger Behandlungsfehler in Rheinland-Pfalz

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Fehlerstatistik der Ärzteschaft Tausende Patienten Opfer von Behandlungsfehlern

Laut der bisher jüngsten Fehlerstatistik der Ärzteschaft trafen deren Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen 2016 bundesweit 7639 Entscheidungen zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern.

Gute Nachricht für Ärzte und Patienten: 2017 hat die Bundesärztekammer weniger vermutete und erwiesene Behandlungsfehler gezählt als im Jahr zuvor.

"Gemessen an dieser enormen Gesamtzahl der Behandlungsfälle liegt die Zahl der festgestellten Fehler Gott sei Dank im Promillebereich", so Crusius. Wie aus einer älteren Meldung des Medizinischen Dienstes des Kassen-Spitzenverbands (MDS) hervorgeht, waren in den vergangenen Jahren immer mehr Patienten von Behandlungsfehlern betroffen.

Berlin (ots) - Berlin, 04.04.2018 - "Wir Ärzte können Patienten keine Heilung versprechen, wohl aber, dass wir uns mit ganzer Kraft für ihre Heilung, für die Qualität ihrer Behandlung und damit für ihre Sicherheit einsetzen".

"Davon wurde in 1.783 Fällen ein Behandlungsfehler / Risikoaufklärungsmangel als Ursache für einen Gesundheitsschaden ermittelt, der einen Anspruch des Patienten auf Entschädigung begründete (Vorjahr: 1845)", schreibt die Bundesärztekammer in einer Mitteilung. In 430 Fällen lag ein Behandlungsfehler / Risikoaufklärungsmangel vor, der jedoch keinen kausalen Gesundheitsschaden zur Folge hatte.

Schätzungen zufolge endeten rund 0,1 Prozent der Behandlungen in einem Krankenhaus vermeidbar tödlich. Das zeigen Fälle, die medizinisches Personal anonym im Internet gemeldet hat, um aus Fehlern zu lernen. In der Vergangenheit schätzten die Ärzte die Zahl der Beschwerden auf 40.000 pro Jahr insgesamt. "Hier müssen nicht nur die ärztlichen Behandlungsfehler, sondern auch alle Fehler in der Pflege erfasst werden", sagte Vorstand Eugen Brysch. Das sei eine weit größere Zahl als die offiziell - etwa von Gerichten - festgestellten vermeidbaren Todesfälle durch Behandlungsfehler. Wichtig sei, dass alle Beteiligten die Sicherheitskultur weiterentwickelten. Ein Streit über Zahlen helfe da nicht weiter, mahnte Müller.

Beispiele für Behandlungsfehler veröffentlicht zum Beispiel die norddeutsche Schlichtungsstelle der Ärzteschaft. So ging ein 22-jähriger, kranker Mann nach einem Madagaskar-Urlaub mit Malaria-Verdacht zum Hausarzt. So kam ein 39-Jähriger mit einer Stichverletzung ins Krankenhaus. Trotz akuter Behandlung und Untersuchung des Bauchs durch kleine Öffnungen der Bauchdecke sowie durch Ultraschall wurden Dick- und Dünndarm-Verletzungen zunächst nicht erkannt. Der Mann musste 18 Folgeoperationen über sich ergehen lassen und zwei Monate in der Klinik bleiben, davon zwei Drittel auf der Intensivstation, mit einem Luftröhrenschnitt zur Dauerbeatmung.

Den Angaben zufolge waren die häufigsten Diagnosen, die zu Behandlungsfehlervorwürfen führten, Knie- und Hüftgelenksarthrosen sowie Unterschenkel- und Sprunggelenkfrakturen.

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